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Nach Lindenkrug-Brand: Mieter beklagen sich

"Alles habe ich verloren - sogar mein Gebiss"

Engern (clb). Gut drei Wochen nach dem Brand im Lindenkrug klagen die Mieter der im Hotel eingerichteten Wohnungenüber mangelnde Unterstützung. "Alles geht nur schleppend vorwärts, keiner kümmert sich", beschweren sich Siegfried Schwalbe, Wilhelm Kretschmar, Helmut Peterding und Peter Fischer.

Siegfried Schwalbe (l.) und Wilhelm Kretschmar vor der städtisch

An die Brandnacht erinnern sie sich noch genau. Es ist Mittwochabend, etwa 21 Uhr: Wilhelm Kretschmar und Siegfried Schwalbe wollen sich gerade schlafen legen, als Alarm ausgelöst wird: Feuer - es brennt! "Ich lag schon im Bett und hatte nur noch meinen Bademantel und meine Schuhe an, als die Panik ausbrach", denkt Siegfried Schwalbe zurück an den 21. März - der Abend, als der Brand im Hotel "Zum Lindenkrug" in Engern ausbrach und er sich als einer der acht in dem Hotel lebenden Mieter in seiner Wohnung im Obergeschoss aufhielt. Sofort habe er alles stehen und liegen gelassen und sich in Sicherheit gebracht. Zusammen mit drei anderen Mietern wurde er noch in der Brandnacht von der Polizei im Brückentor-Hotel untergebracht, am nächsten Tag sind alle vier Mieter in ein städtisches Haus am Deckberger Weg "umgezogen". Seit mehr als drei Wochen leben Siegfried Schwalbe, Wilhelm Kretschmar, Helmut Peterding und Peter Fischer nun dort und sind mehr als unzufrieden mit ihrer Situation. "Alles was ich besaß, meine Möbel, Kleidungsstücke, Unterlagen und sogar mein Gebiss habe ich verloren", berichtet Wilhelm Kretschmar. "Und keinen interessiert es." Er wisse noch nicht einmal, ob seine Wohnung vollständig oder nur teilweise ausgebrannt oder womöglich noch völlig unversehrt sei. "Es ist verboten, das Gebäude zu betreten, aber die Polizei will uns auch keine Auskunft geben", beschwert sich Kretschmar. Über drei Wochen musste er auf sein Fahrrad warten, erst vor drei Tagen habe er es abholenkönnen. "Und das Rad ist das Einzige, was mir geblieben ist!" Auch Siegfried Schwalbe fühlt sich ungerecht behandelt: "Wir sollen auf dem schnellsten Wege wieder hier ausziehen - dabei haben wir noch keine neue Wohnung." Noch nicht einmal die Familie Koller, Inhaber des ehemaligen Hotels, hätten sich nach ihnen erkundigt. Und auch eine Rückzahlung der restlichen Miete, da das Hotel ja am 21. und nicht am Monatsende abgebrannt sei, würde ihnen noch zustehen, sind sich Kretschmar und Schwalbe einig.

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