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Projekt Klinikum: Baufeld angelegt, Becken gegraben – aber Diebstähle von Diesel nerven

Alles fertig für den Rohbau

Vehlen. Georg von Luckwald schaut auf einen etwas kümmerlichen Haufen Steine am Rande des Baufeldes – und sieht dabei etwas traurig aus: „Ich habe ja gehofft, dass wir bei den Baggerarbeiten in der Feldmark wenigstens ein paar repräsentative Findlinge für die späteren Außenanlagen zutage fördern“, sagt der Garten- und Landschaftsplaner. Doch die wollte das Erdreich, auf dem ab April/Mai der Rohbau des Klinikums Schaumburg in die Höhe wachsen soll, offensichtlich nicht hergeben. Und es gibt noch etwas anderes, über das sich von Luckwald derzeit alles andere als freut: die Diebstähle von Diesel. „Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem nicht der komplette Sprit aus den Baufahrzeugen abgepumpt wird“, so der Planer.

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Die ausbleibenden Findlinge und der von Unbekannten geklaute Diesel sind die einzigen Wermutstropfen auf einem Gelände, auf dem sonst alles nach Plan verlaufen soll – und auf dem jetzt in der zweiten Januarhälfte weitgehend die „Ruhe vor dem Baulärm“ herrscht. Die Redaktion hat sich mit von Luckwald und Claus Eppmann, Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft, in der Feldmark getroffen und Zwischenbilanz gezogen.

„Wir haben erstens zunächst das Baufeld mit den Maschinen so vorbereitet, dass im Frühjahr direkt mit den Rohbauarbeiten begonnen werden kann und es keine Verzögerungen gibt“, berichtet von Luckwald. „Wir haben zweitens, Stichwort Wasserwirtschaft, das Regenrückhaltebecken samt Sedimentationsfang in Angriff genommen und zugleich einen Feuerlöschteich angelegt.“ Ersteres für den Fall, dass die Baustelle im Frühjahr von einem Starkregen überrascht wird, Letzteres für den Fall, dass beim Rohbau mal ein Styroporblock in Brand geraten sollte. „Last, but not least“, so der Planer weiter, „haben wir drittens die Ausgleichsmaßnahmen rund um das Klinikumsgelände auf den Weg gebracht“. Das sei bei einem Großprojekt wie demjenigen in der Feldmark ein Novum. „Normalerweise wird erst dann ,ausgeglichen’, wenn ein Gebäude bereits steht“, unterstreicht Eppmann.

Doch der Reihe nach, Stichwort Baufeld: Das ist inzwischen so befestigt worden, dass die Firmen im Frühjahr ihre Baucontainer und Materiallager darauf abstellen und die Mitarbeiter ihre Fahrzeuge darauf parken können. „Die Frage war für uns, wie wir es schaffen, denjenigen Oberboden, den wir auf der Baustelle nicht brauchen, vernünftig auf die Äcker am Rande der Baustelle zu bringen. Denn Oberboden ist ein Schutzgut“, so von Luckwald. Es geht um 20 000 Kubikmeter, von denen etwa die Hälfte abgearbeitet sprich abgefahren ist. Die restliche Hälfte soll folgen, sobald das Wetter es zulässt. Oberboden, der später noch für die Außenanlagen benötigt wird, ist in großen Mieten zwischengelagert worden.

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  • Alles im Plan: das Regenrückhaltebecken mit seinem Feuerlösch- (r.) und Sedimentteich (l.) im Blick des Planers.
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  • Blick vom Stapel auf die Baustelle. Die Hügel links sind Mieten, in denen der Erdaushub für die Außenanlagen zwischengelagert wird. Im Hintergrund sieht man die befestigte Baufläche für Container, Fahrzeuge und Material, ganz hinten laufen die Restarbeiten am Regenrückhaltebecken.
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  • „Das Regenrückhaltebecken samt Feuerlösch- und Sedimentteich ist so gut wie fertig“: Landschaftsplaner Georg von Luckwald (l.) informiert Claus Eppmann, Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft, über den Fortschritt der Arbeiten auf der Baustelle. tw (4)

Stichwort Wasserwirtschaft: Angesichts der Hanglage des Areals gelte es zu verhindern, dass ein Starkregen die Baustelle überschwemmt. „Wir haben die Entwässerung des Geländes ertüchtigt, indem wir einen Wall angelegt haben“, so von Luckwald. Jede „x-beliebige Wassermenge“ könne so über aufgeweitete Gräben respektive die Straße „schadlos“ abgeführt werden. Kurz: Die Gräben seien so saniert worden, dass sie die Stadt Obernkirchen künftig problemlos unterhalten könne.

Dem Regenrückhaltebecken sei derweil – in der Bauphase – ein Sedimentbecken vorgesetzt worden; es soll verhindern, dass zu viel „Dreck“ in die Aue gelangt. Besagtes Becken sei zu etwa 75 Prozent fertiggestellt. Das gleich gelte für den Feuerlöschbereich im Rückhaltebecken, der der Wehr im Fall des Falles den Erstangriff möglich machen soll. Ist das Klinikum fertig, werden der Sediment- wie auch der Feuerlöschteich zurückgebaut; übrig bleibt dann nur das Regenrückhaltebecken. Es soll mit seiner Flachwasserzone später eine optische wie ökologische Bereicherung sein. Sollte das Rückhaltebecken im schlimmsten Fall die Wassermassen nicht verkraften, sollen sie über einen zusätzlichen Ablauf und einen neuen Graben in die Aue geführt werden.

Stichwort Ausgleichsmaßnahmen: Konkret ist dabei die Bückeburger Aue im Bereich der Niederung von Baggern verbreitert worden, sind Mulden geschaffen worden, in die sich ihr Wasser bei Starkregen ausdehnen kann – „ohne dass der Unterhaltungsverband anrücken und für die Anwohner Steinschüttungen abkippen muss“. Für weitere Pflanzungen außerhalb des Plangebiets sind bereits die Aufträge ergangen, sie sollen im März/April erfolgen. „Für uns ist es wichtig, dass wir diese Ausgleichsmaßnahmen nach Rücksprache mit dem Naturschutz in unmittelbarer Nähe des Klinikums umsetzen und nicht irgendwo in Deutschland, was auch und sogar billiger möglich gewesen wäre“, betont Eppmann. Besagte Ausgleichsflächen werden – unterirdisch – von geschlossenen Kunststoffrohren durchquert; gemeinsam mit der auf den angrenzenden Feldern für die Landwirte neu verlegten Drainage sollen sie verhindern, dass diese Flächen bei Starkregen überspült werden. „Daran“, so von Luckwald, „wird derzeit gearbeitet.“

Nach Aussage von Eppmann sollen die – allerletzten – Abstimmungen mit der Oberfinanzdirektion als Landesbehörde bis Ende Januar erfolgt sein. Um die Arbeiten als Ganzes überschaubar zu halten, soll fortan mit „Teilbaugenehmigungen“ gearbeitet werden. tw



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