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Alles andere als umsonst

Bad Münder. Zehn Jahre Umsonstladen – ein Jubiläum, das durchaus heiter gefeiert wurde. „Wenn etwas nicht umsonst ist, dann ist es der Umsonst e.V.“, bemühte Bürgermeister Hartmut Büttner bei der Feierstunde im Martin-Schmidt-Foyer ein Wortspiel.

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Bildungsforscher Prof. Martin Heinrich, den der Verein als Festredner gewinnen konnte, ordnete die Arbeit des Umsonstladens in einen größeren Zusammenhang ein: Das Konzept stehe nicht nur für ein ökonomisch nachhaltiges Wirtschaften, sondern auch als Beispiel einer informellen Bildung und Erziehung. „Lernen findet immer irgendwie statt“, machte Heinrich in seinem Vortrag deutlich. Und das Miteinander und Füreinander im Umsonstladen sei dafür ein gutes Beispiel. Denn es ist eben mehr als nur das Weitergeben selten getragener Kleidung.

Dies unterstrich auch die Vereinsvorsitzende Monica Gräfin Adelmann in ihrer Ansprache. Die Idee sei damals gewesen, einen „Rahmen zu schaffen zum Geben und Nehmen“. Und dieser Grundgedanke beschränke sich eben nicht nur auf Kleidung. So statte der Verein seit Jahren auch Schulanfänger aus sozial schwachen Familien mit Material aus. Und nicht zuletzt sei der Laden an der Petersilienstraße für ausländische Familien oft die erste Ansprechstation – etwa für die Vermittlung von Deutschkursen. Ein gelungenes Beispiel für Integration in Bad Münder, so Adelmann.

Heinrich verwies in seinem Vortrag außerdem noch auf einen anderen Aspekt: Der Umsonstladen passe ideal zu der von den Vereinten Nationen ausgerufenen Dekade für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Wer an Nachhaltigkeit denkt, meine in der Regel Ökonomie und Ökologie. Doch es gebe auch soziale Nachhaltigkeit – wie sie vom Umsonst-Verein vorgelebt werde.

Die rund 50 Gäste ließen sich anschließend auch für eine kleine Modenschau begeistern. Vorgeführt wurden diverse Kleidungsstücke aus dem Bestand des Umsonstladens. Als „Models“ fungierten Amateurschauspieler der Deister-Süntel-Bühne. Für klangvolle Begleitung sorgte die Musikerfamilie Simko.bdi

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