weather-image
12°

Allererste Sahne

VON WERNER HOPPE

270_008_6314495_lk_fund.jpg

Exten. Wolkige Schlagsahne auf den Kugeln im Eisbecher, in der Torte oder auf dem Apfelkuchen – das ist das I-Tüpfelchen, das den ultimativen Geschmacks-Kick bewirkt. Denn: Fett beziehungsweise fette Sahne ist ein Haupt-Geschmacksträger. Zur Steigerung ihrer Geschmack fördernden Wirkung wird die ursprünglich flüssige Sahne „geschlagen“. Das meint: Durch ein Werkzeug wie zum Beispiel einen Schneebesen mit Handbetrieb oder durch ein rotierendes maschinelles Rührwerk werden Lufteinschlüsse in der Sahne erzeugt. Diese erhöhen deren Volumen und bewirken ihre Standfestigkeit, die besonders für die Herstellung von Torten gewünscht wird. Sahnebläser nennen Bäcker und Konditoren ein Maschinchen für die natürliche Geschmacksverstärkung, die außer ein paar Kalorien keine bedenklichen Nebenwirkungen bedingt.

Unser Fundstück aus dem Geräte-Fundus aus Klaus Keßlers Backstube in Exten ist ein Sahnebläser früherer Generationen (mindestens aus den 1950er Jahren). Darauf deutet der simple (Nachttischlampen)-Tippschalter des kleinen Kompressors hin, der ein Hauptelement des Gerätes ist. Und dieses funktioniert im Prinzip so: Der Kompressor bläst von unten in den mit flüssiger Sahne befüllten Behälter einen starken Luftstrom, der durch mehrere übereinander liegende runde Lochscheiben gepresst wird. Dieses Gerät jedoch unterstützt den Bediener lediglich, der mit dem Schneebesen die Sahne schlägt. Modernere Ausführungen sind mit rotierenden Gittern bestückt und leisten den gesamten Schlagprozess. Aber egal, ob ein Sahnebläser alter oder neuer Machart – dieses Gerät ist das Geheimnis hinter dem geschmacklichen Unterschied. Dem Unterschied zwischen hausgemachter Schlagsahne oder solcher aus der Bäckerei oder der Konditorei. Die Profis wissen, weshalb sie damit arbeiten. So wie auch der Milchmann vergangener Zeiten. Hatte jener doch auch so einen Erzeuger für unvergleichlichen Geschmack in seinem Laden.

Und war nicht auch für viele Kinder, die ihre Mutter begleiteten, das „Sahne-Eis zu Zehn“ das I-Tüpfelchen beim Einkauf im Milchladen? Für die, die’s nicht kennen: Das „Sahne-Eis“ war ganz schlicht nur eine kleine Portion Schlagsahne in einer Eiswaffel ...



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt