×
Eltern informieren sichüber die Einführung einer IGS

Alle sind gespannt: Hält die Landesregierung ihr Wort?

Obernkirchen (sig). Es wird spannend. Hält die niedersächsische Landesregierung das vor der Wahl gegebene Versprechen, den Elternwillen zu respektieren und zumindest einige zusätzliche Gesamtschulen zuzulassen? Erinnerungen werden sicherlich aus dem Schaumburger Land kommen, denn mit Obernkirchen, Helpsen und Rodenberg bewerben sich drei Schulstandorte für eine solche Einführu ng.

Das Schulzentrum "Am Ochsenbruch" hat am Donnerstagabend schon einmal die Eltern im gut besetzten "Forum"über sein Vorhaben informiert. Unbeleckt wird das Schulzentrum dieses Neuland nicht betreten. Man hat sich nicht nur mit den notwendigen gesetzlichen und organisatorischen Vorgaben befasst, sondern auch Integrierte Gesamtschulen in Bremen und Hannover sowie die kreisweit bisher einzige Einrichtung dieser Art im Schaumburger Land aufgesucht. Damit die interessierten Eltern zusätzlich Informationen aus erster Hand erhalten, stand auch die Rek torin der Stadthäger IGS, Carola Pliska, Rede und Antwort. Die Einführungsrunde lag jedoch in den Händen von Rektor Torsten Reinecke, dem Leiter des Obernkirchener Schulzentrums. Er arbeitete mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation die Unterschiede zwischen einer ursprünglich angestrebten Kooperativen Gesamtschule und einer IGS heraus. Dabei stelle er fest, dass in der Bergstadt zunächst einmal eine IGS bis zur zehnten Klasse installiert werden soll. Das würde (zumindest vorerst) den Verzicht auf die gymnasiale Oberstufe bedeuten. "Bei der Einführung der IGS geht es uns nicht um die Durchlässigkeit nach unten, sondern um die Durchlässigkeit des Systems nach oben", machte Reinecke deutlich. Die engagierten Kinder sollen einfach mehr und schneller die Chance bekommen, sich schulisch zu qualifizieren. Der Rektor sieht es als zu früh an, dass sich Kinder und Eltern auf Empfehlung der Lehrer schon nach der vierten Klasse für den Übergang zu einer anderen Schule entscheiden müssen. Auch das Nichtversetzen motiviere ganz selten, führe eher zu einer Stigmatisierung. Beim Besuch einer IGS entfällt beides. Noch eine weitere Änderung ist mit diesem Schritt verbunden: Die Ganztagsschule bleibt zwar erhalten, aber nicht als offenes, sondern als verpflichtendes Angebot. Die Teilnahme ist also ein "Muss". Wer von der zehnten Klasse einer IGS zum Gymnasium wechselt, muss diese Klasse wiederholen. Bei der Stadthäger Schule geht es in der Sekundarstufe II ohne Warteschleife weiter, allerdings kann das Abitur erst nach 13 Jahren erworben werden. Das würde dann auch für die Schüler gelten, die von einer Obernkirchener IGS dorthin wechseln. Carola Pliska musste sich vielen Fragen stellen. Wie beliebt diese Schulform inzwischen auch im Schaumburger Land ist, unterstrich sie mit dem Hinweis, dass aufgrund der derzeit vorliegenden Anmeldungen problemlos vier bis fünf IGS im Schaumburger Land eingerichtet werden könnten. Es habe sich inzwischen deutlich gezeigt, dass bei Gesamtschulen sehr vorzeigbare Reifeprüfungen abgelegt werden und dass deren Abiturienten auch im Studium gute Ergebnisse erreichen. Die Stadthäger Rektorin: "Wir betreiben keine Gleichmacherei, sondern bemühen uns sehr, alle Schüler individuell zu fördern. Aber sie müssen natürlich mitarbeiten und auch daheim noch etwas tun, zum Beispiel Vokabeln lernen oder ein Referat vorbereiten." Torsten Reinecke wies darauf hin, dass mit der Einführung von weiteren Gesamtschulen nicht das Ende des dreigliederigen Schulsystems eingeläutet werde. Das bleibe parallel dazu weiter erhalten. Wenn die Landesregierung das bisher bestehende Verbot aufhebe, weitere Gesamtschulen zu errichten, dann gebe es zunächst einmal die vom Landkreis geplante Elternbefragung. Von deren Ergebnis werde es entscheidend abhängen, wie es weiter geht. Bekommt die Bergstadt grünes Licht, dann muss ein Schulkonzept erstellt werden, das der Landesregierung zur Genehmigung vorzulegen ist. Und wenn auch diese Hürde genommen wird, dann beginnt das Schulzentrum "Am Ochsenbruch" erst einmal mit einer fünften IGS-Klasse. Einen festen Zeitplan kann man angesichts dieser aufwendigen Schritte noch nicht angeben. Vieles spricht dafür, dass der Start nicht vor 2009 erfolgen kann. Das offenbar starke Elterninteresse lässt aber schon jetzt keinen Zweifel daran: Obernkirchen ist ein ernsthafter Anwärter für eine IGS. Lehrer, Eltern und Schüler ziehen dabei an einem Strang.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt