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Fußgängerzone bleibt für Autoverkehr geschlossen, Ortsrat bietet Einzelhändlern Gespräche an

Alle gegen die CDU – und gegen die Öffnung

Bad Münder (st). Die Fußgängerzone an Markt- und Echternstraße bleibt dicht – da bleibt der Ortsrat der Kernstadt hart. Nach einem zwischenzeitlichen Gespräch zwischen Gremiumsmitgliedern und Vertretern der Einzelhändler, die sich eine Öffnung der Fußgängerzone für den Autoverkehr gewünscht hatten, kam das Thema jetzt zum zweiten Mal auf den Tisch des Ortsrates. Und wieder fand der Vorschlag keine mehrheitliche Zustimmung. Lediglich die – abgesehen von Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah – zwei anwesenden CDU-Vertreter stimmten für eine Öffnung. Einer der beiden war der Sprecher des Arbeitskreises Einzelhandel, Michael Engel.

So wünschen sich die Kommunalpolitiker die Marktstraße, als belebte Fußgängerzone.  Foto: st

Und selbst Engel zeigte Verständnis für die von den Gegnern der Öffnung vorgebrachten Argumente. Zumal diese den Einzelhändlern Gespräche zu Beginn der neuen Legislaturperiode angeboten haben. Ziel dieser Gespräche soll ein Konzept zur Belebung der Innenstadt sein, die nach Ansicht der Mehrzahl der Ortsratsmitglieder nicht durch eine Öffnung für den Autoverkehr erreicht werden kann. Ganz im Gegenteil: Die Politiker waren sogar eher für eine komplett autofreie Innenstadt und eine Ausweitung der Fußgängerzone. „So steht es im Zukunftsentwicklungsprogramm“, sagte Joumaah.

Die Vorbehalte der SPD gegenüber der Fußgängerzonen-Öffnung fasste Uwe-Peter Keil zusammen. „Geplant ist ja eine sechsmonatige probeweise Öffnung im Winterhalbjahr. Aber was soll damit erreicht werden?“, fragte Keil. Die Ziele der Einzelhändler seien viel zu schwammig, als dass nach Ablauf der Probezeit ein möglicher Erfolg der Maßnahme gemessen werden könnte. Und ganz grundsätzlich: „Es gibt neun Parkplätze in dem betreffenden Bereich – neun Parkplätze. Das Wohl und Wehe der dort ansässigen Einzelhändler hängt nicht von neun Autos ab“, sagte Keil. Gerade weil es nur neun Plätze gebe, würde sich ein für Anwohner und Einkäufer störender „Park-Suchverkehr“ entwickeln. Nicht zu vergessen der bürokratische Aufwand: „Auf den regulären Parkplätzen dürfen die Kunden eine Stunde lang parken. Wer soll das kontrollieren?“, fragte Keil.

Anika John vom Referat Stadtentwicklung ergänzte die Liste: „Es müsste eine Umwidmung des Bereicheserfolgen, dazu müssten neun neue Schilder im Wechsel auf- und abgebaut werden, wenn man die Öffnung im Halbjahresrhythmus durchziehen würde. Da würden mehrere Tausend Euro an Kosten auf die Stadt zukommen.“ Außerdem seien durch eine Umwidmung Schadensersatzansprüche sich belästigt fühlender Anwohner nicht ausgeschlossen. „Dieser Weg ist einfach nicht der richtige“, fasste Uwe Nötzel (SPD) zusammen. Er schlug vor, ein Gesamtkonzept zur Belebung der Innenstadt mit den Einzelhändlern zu erstellen. Das Konzept sollte auch die Parkraumbewirtschaftung regeln. Die Aufgabe ist als Empfehlung an den neuen Ortsrat beschlossen worden.



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