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Podiumsdiskussion in der AEG-Aula / Sechs-Millionen-Neubau liegt derzeit noch auf Eis

Alle einig – IGS bleibt im Schulzentrum Nord

Hameln (wft). War die öffentlich ausgetragene Debatte über die Integrierte Gesamtschule (IGS) und das Schulzentrum Nord nur ein Sturm im Wasserglas? Nach der gut besuchten Podiumsdiskussion am Dienstagabend in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG), die Moderator Andreas Jungnitz eher als Frage- und Antwortrunde leitete, muss dieser Eindruck zwangsläufig aufkommen. Denn die Sprecher der Ratsfraktionen ließen keinen Zweifel aufkommen: Alle stehen dazu, dass die IGS ihren Standort am Schulzentrum Nord behält und der für einen Ganztagsbetrieb und die kommende Inklusion erforderliche Raumbedarf über kurz oder lang gedeckt werden muss.

Keine Antwort gab es auf die Frage, wie das Sechs-Millionen-Projekt für ein neues „Haus Integra“, wie es von der Verwaltung bezeichnet wird, finanziell gestemmt werden soll. Dass dieses Projekt derzeit auf Eis liegt, hängt damit zusammen, dass sich der Landkreis bislang nicht an der eigentlich obligatorischen Ko-Finanzierung von 50 Prozent beteiligen will.

Die entscheidenden Gespräche darüber sollen am 8. Februar stattfinden. Lehne der Landkreis die im niedersächsischen Schulgesetz vorgesehene Beteiligung ab, „müssen wir über Alternativen nachdenken oder die Stadt muss tiefer ins Stadtsäckel greifen“, erklärte Walter Kinast (CDU). Für AEG-Schulleiter Wolfgang Weber ist aber auch vorstellbar, dass der künftige Raumbedarf für das AEG durch eine Ausweitung des Schulzentrums Nord auf die Linsington-Kaserne gedeckt werden könnte, wenn die Briten abgezogen sind. Er griff damit Bedenken von Herbert Habenicht (FDP) auf, der auf die allseits bekannten finanziellen Schwierigkeiten der Stadt hinwies.

Einig waren sich die Teilnehmer der Diskussion auch, dass die Schullandschaft Hamelns in ihrer derzeitigen Form mit sechs Oberstufen an drei Gymnasien und drei berufsbildenden Schulen in ihrer Struktur nicht verändert werden soll. Unterschiede gab es in Nuancen zur Frage, ob die IGS mit einer Oberstufe ausgestattet werden soll. Jenny Weidner (Grüne) und Kurt Meyer-Bergmann (SPD) setzen dabei auf den Elternwillen und wollen die IGS „stärken“, was aber nicht bedeute, „dass das AEG in seinem Bestand geschwächt“ werden solle. Der Elternwille habe für ihn „absolute Priorität“, erklärte Meyer-Bergmann. Eltern, die ihre Kinder auf die IGS schicken wollten, müssten genauso behandelt werden wie diejenigen, die ihre Kinder am Gymnasium anmelden wollten. Gegen eine IGS-Oberstufe sprach sich lediglich Habenicht aus. Der FDP-Politiker empfahl stattdessen eine Kooperation zwischen AEG und IGS, die Weber und seine IGS-Kollegin Gudrun Kruppa durchaus für denkbar halten. Auch die Elternvertreter Michael Zieseniß (AEG) und Wolfgang Meyer (IGS) plädierten für eine Kooperation der beiden Schulen im Oberstufenbereich. Das biete die Chance für eine große Vielfalt am Schulzentrum Nord.

Gudrun Kruppa wünscht sich vom Rat der Stadt für die Zukunft eine verlässliche Schulpolitik. Ebenso wie Weber und die Elternvertreter sprach sie von einer „starken Verunsicherung“ von Eltern und Lehrern durch die Debatte der vergangenen Monate. Die scheint nach dem Ergebnis der Podiumsdiskussion weitgehend ausgeräumt, vor allem weil auch erwartet wird, dass die Klassengrößen – wie schon von der abgewählten Landesregierung geplant – verringert werden sollen und auch deshalb die Zukunft keines der drei Gymnasien in Hameln zumindest bis zum Jahr 2025 infrage gestellt werden muss.




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