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Akkordeonspieler Stevanovic besucht Grundschule Bad Münder

BAD MÜNDER. „Poah!“ ist der Ausruf, der am Mittwoch gleich mehrmals den Kindern entweicht. Goran Stevanovic ist der Musiker, der in der Grundschule für große Augen und Münder sorgte, als er auf die Knöpfe seines Instruments drückte, es auseinanderbaute und erzählte, dass er schon seit 24 Jahren Akkordeon spielt.

Philip muss noch hingucken: Der Neunjährige spielt unter Anleitung von Goran Stevanovic seine ersten Noten am Akkordeon.
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

120 Knöpfe links, 105 rechts, ist eine dieser Informationen, die die Schüler zum Staunen bringen. Stevanovic, Dozent an der Musikhochschule in Hannover, brachte den Schüler der zweiten, dritten und vierten Klassen sein Instrument ganz nah. Angefangen beim Holzstück mit Löchern und Rillen – dem Stimmstock – bis zum kompletten Akkordeon zeigte er detailliert, wie das Instrument funktioniert.

Horrormusik, Tango, Schlaflied oder die bekannte Melodie zu „die Gedanken sind frei“ als Orgelversion – mit dem ausziehbaren Tasteninstrument konnte der gebürtige Bosnier verschiedene Instrumente imitieren und obendrein den Stücken noch seine eigene persönliche Note mitgeben. „Selbst einen Zug kann man nachmachen“, erklärte der 30-Jährige, und zieht sein Akkordeon im Takt einer schnaufenden Lokomotive auseinander, die den Bahnhof verlässt.

Die Grundschüler löcherten ihn daraufhin mit Fragen, die sie zuvor mit ihren Lehrern vorbereitet hatten: Wie schwer und wie teuer das Akkordeon ist, wie oft der Musiker spielt, was am schwierigsten zu lernen ist. Geduldig antwortete der Gast: Sein Instrument wiege 14,8 Kilogramm, „aber es gibt auch viel leichtere“, rund 30 000 Euro kostete sein Exemplar eines italienischen Akkordenbauers, „aber es gibt auch schon Instrumente für ein paar Hundert Euro.“ Und was ist am schwierigsten zu lernen? „Eigentlich ist es nicht schwer“, sagt Stevanovic, „aber man muss sich dran gewöhnen, dass man nie sieht, was die linke Hand macht.“ Mit der rechten Hand spielen, während die Linke das Instrument auseinanderzieht, „das dauert ein bisschen.“

Seltener Einblick: Stevanovic öffnet für die Kinder sein eigenes Instrument. Fotos: Dittrich
  • Seltener Einblick: Stevanovic öffnet für die Kinder sein eigenes Instrument. Fotos: Dittrich

Zum Üben hatte der Hannoveraner denn auch ein kleines, weißes Exemplar dabei, an dem sich ein paar Schüler probieren durften. Nicht alle trauten sich – sie hörten lieber dem Meister aus Bosnien-Herzegowina am Akkordeon zu, der für sie noch ein Stück aus dem Disneyfilm „Fluch der Karibik“ zum Besten gab.

Zum Abschluss spielten die Schüler außerdem noch gemeinsam mit dem Besucher in der Aula. Die Kinder hatten im Vorfeld mit ihren Musiklehrern einen Tango mit verschiedenen Instrumenten eingeübt, zu dem Stevanovic improvisierte.

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