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47650 Euro für Projekt zur Stärkung der Persönlichkeit von Jungen und Mädchen

AkKI kümmert sich um Kinder

Hameln. Ihre Arbeit findet eher im Verborgenen statt. Und es ist nicht immer leicht, Spendengelder dafür aufzubringen. Doch der Verein Aktion Kinderhilfe, kurz AkKi, kümmert sich mittlerweile seit 15 Jahren genau darum, Projekte zu finanzieren, mit denen Kinder am Rande der Gesellschaft, nachhaltig darin gestärkt werden, ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen und Unrecht, das ihnen widerfährt, zu erkennen und zu benennen.

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U. Truchseß

Autor

Ulrike Truchseß Reporterin / Wir von Hier

Präventionsarbeit zum Schutz vor Gewalt an Kindern wird auch den Eltern angeboten, neuerdings in Form von Gutscheinen. Über den Sozialdienst katholischer Frauen, der sich um Migrationskinder aller Konfessionen kümmert und die ambulante Familienhilfe werden die Gutscheinhefte verteilt, die die Mütter nicht zu Bittstellern degradieren, sondern mit denen die Eltern Angebote wahrnehmen können, die sich andere aus der Portokasse leisten können. Es geht um Babymassage in der Praxis von Anke Battmer, um Hilfe für Eltern, die ein Schreikind haben, Erziehungsberatung, es gibt die Möglichkeit, gebrauchte Kinderkleidung in der Kleiderkammer des SkF zu erhalten, berichtet Simone Soulier, Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen am Ostertorwall 6. Dort findet auch das Mädchencafé „No Limits“ für Teenager ab elf Jahren an drei Tagen in der Woche montags, mittwochs und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr statt. Dabei geht es um Angebote für Mädchen, ihre Freizeit gemeinsam strukturiert zu gestalten, wie Erzieherin Christiane Emmel berichtet. Hausaufgabenhilfe sei hier ebenso gefragt, wie Nachhilfe, die donnerstags angeboten wird. Angeboten werden Bewerbungstraining und die Begleitung zu Gesprächen mit Lehrern. In den Ferien unternimmt Christiane Emmel mit ihren beiden Helferinnen Ausflüge mit den Mädchen, sei es Picknick, Shopping oder Schwimmen. Manchmal werden auch Konflikte angesprochen, die dann im geschützten Raum beraten werden. Außerdem bietet Christiane Emmel Präventionsarbeit an Schulen für Sozialarbeiter, Lehrer und Klassen in drei Doppelstunden zu Themen wie Gewalt, Sexualwissen, Ethik und Sozialkompetenz an. Gewaltprävention sei heute auch bei Mädchen wichtig, meint sie in ihrem Bericht gegenüber den Mitgliedern von AkKi in der Jahreshauptversammlung im Medienraum der Dewezet. AkKi unterstützt das Mädchencafé mit 16 000 Euro. Auch eine Spielgruppe in der Grundschule Afferde wird mit 2400 Euro unterstützt und die Babymassage mit 1800 Euro.

Die Stärkung ihrer Kompetenzen beim Lernen erfahren Schüler auch in dem von AkKi finanzierten Projekt „Schüler helfen Schüler“. Darin werden rund 30 Grundschüler und Sek-I-Schüler individuell von älteren Schülern beim Lernen unterstützt. Gefördert werden mit dieser „Patenarbeit“ die Sozialkompetenzen sowohl der kleinen als auch der großen Schüler. Bisher waren in diesem Projekt auch Kinder, die Anspruch auf Sozialhilfe haben, doch die Abrechnungsmodalitäten mit dem Jobcenter erwiesen sich als sehr kompliziert. Deshalb haben sich die Projektnachfolgerinnen von Frau Hausotter, Ute Wosing-Theile und Martina Makut, nun darauf verständigt, künftig Schüler zu fördern, deren Eltern oberhalb der Einkommensgrenze für Hartz IV liegen, die aber – sei es als Alleinerziehende oder als Geringverdiener – dennoch kein Geld für Nachhilfe ihrer Kinder zur Verfügung haben. Insgesamt 6500 Euro wird AkKi in diesem Jahr dafür ausgeben. Bisher hatte die Eugen-Reintjes-Stiftung diese Schülerhilfe zur Hälfte mitfinanziert.

Auch die Jugendarbeit der Caritas in Afferde, in der Haltestelle, wird von AkKi mit 7650 Euro finanziell unterstützt. Wie der Kontaktbeamte Herr Meinbach gegenüber der AkKi-Vorsitzenden Beate Niemeyer bestätigte, habe sich das Freizeitangebot für Jugendliche in Afferde bewährt. Elena Mann und Nelja Sagel sind jeweils mit 14 Stunden in der Haltestelle, Dr. Sokolski mit 12 Stunden. Beate Niemeyer machte sich am 21. Januar ein Bild davon und sah, wie 12 bis 16 Jahre alte Jungen gemeinsam kochten und aßen. Auch dies eine Kompetenz, die sie nachhaltig in ihr Leben integrieren können. Dr. Sokolski begleitet die Jugendlichen zu Ausbildern, bietet ihnen Computerschulung an und veranstaltet wieder ein Fußballturnier in der Sporthalle Afferde, AkKi investiert in den SDR in der Haltestelle 6000 Euro. Auch das Stadtteilprojekt „Ein offenes Haus für alle“ im DRK-Kindergarten Südstadt in der Königstraße wird von AkKi mit 5000 Euro gefördert. Auch das Förderprojekt Reiten an der Heinrich-Kielhorn-Schule wird ebenso wie das Klettern mit insgesamt 400 Euro von AkKi mitfinanziert.

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Weil der Kassenwart erkrankt war, trug Hans Niemeyer im Auftrag von Johannes Gerhard Emmel die Kassenlage des Vereins vor. Ausgaben und Spenden halten sich mit geringen Abweichungen die Waage. Eingenommen wurden im Jahr 2014 insgesamt 50 100 Euro, das sind 5000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Ausgegeben wurden 50 900 Euro. Der Kontostand des Vereins betrug zu Jahresbeginn 2014 54 900 Euro und zum Ende des Jahres 54 300 Euro. Spenden aus Bußgeldern gibt es kaum noch, bedauerte Beate Niemeyer, aber es gebe erfreulicherweise kontinuierliche Groß- und Kleinspenden. Rund 15 000 Euro erhielt AkKi von den Lions als Erlös aus dem Verkauf der Adventskalender. Die Deutsche Bank Filiale spendete 3000 Euro, die Mitarbeiter von Lenze 1200 Euro und auch die Lenze Stiftung zeigte sich großzügig.

Die beiden Rechnungsprüfer Winkler und Göke ließen mitteilen, dass sie die Kasse auf Korrektheit geprüft haben. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Die Mitglieder genehmigten einstimmig den für 2015 aufgestellten Haushalt. Die Projektfinanzierung für das Jahr 2015 sei in trockenen Tüchern, Aufgabe des Vorstandes sei es nun, Spenden für Projekte im Jahr 2016 einzutreiben, motivierte Hans Niemeyer den Vorstand der 134 Mitglieder. Christel Wolten übernimmt neben ihrem Stellvertreterposten auch den Schriftführerposten von Katja Dittmann. Annette Füßel wurde zur weiteren Stellvertreterin neben Kerstin Jedicke gewählt. Neu im Beirat sind Simone Soulier, Herbert Rode, Ute Wosing-Theile und Martina Makut.

Ein Teil des Vorstandes von AkKi bei der Jahreshauptversammlung im Medienraum der Dewezet.

V. li.: Annette Füßel, Kerstin Jedecke, Beate Niemeyer und die Vortragende Christiane Emmel.ul



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