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Nur die Wilharms wollten für Stadtrat antreten

AfD überrascht mit Rückzug

RINTELN. Als im Frühjahr bekannt wurde , wer alles in der Rintelner Politik künftig mitreden will, stellte sich die Frage, ob die seit Jahren bestehende Rot-Grün-Mehrheit nach der Kommunalwahl im September noch Bestand haben werde.

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Ein neu gegründeter Stadtverband der umstrittenen Alternative für Deutschland (AfD), eine FDP, die eine Rückkehr in den Stadtrat anstrebt und eine stark aufgestellte Wählergemeinschaft Schaumburg (WGS) deuteten darauf hin, dass es für die Bildung von Mehrheitskoalitionen, wie sie seit geraumer Zeit (wenn inzwischen auch denkbar knapp) von Rot-Grün gestellt wird, schwierig werden könnte. Doch jetzt ist schon wieder alles anders. Die AfD tritt bei der Kommunalwahl in Rinteln nun doch nicht an.

„Wir treten nicht an“, teilt Dr. Jens Wilharm, der Vorsitzende des AfD-Stadtverbands, am Freitagnachmittag auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dabei hatte sich der im Februar gegründete AfD-Stadtverband ehrgeizige Ziele gesteckt. Dort hoffte man, bis zu drei Mitglieder im Rat der Stadt Rinteln stellen zu können. Jetzt der überraschende Rückzug.

Wieso?

„Wir haben nicht genügend Leute gefunden, die bereit waren zu kandidieren“, antwortet Wilharm. Nur seine Frau Maja und er seien am Ende bereit gewesen, sich zur Wahl aufstellen zu lassen. Aber allein hätten sie das nicht gewollt. „Es ist nie gut, wenn eine Partei nur mit einem Namen in Verbindung gebracht wird“, meint Wilharm. Als Grund für die mangelnde Bereitschaft, für den Stadtrat zu kandidieren, vermutet Wilharm die „Querelen“, die es gleich nach Gründung des Stadtverbands im Februar gab. Damals waren unter anderem diffamierende Äußerungen der Vize-Vorsitzenden Corinna Scheiper über Muslime bekannt geworden (wir berichteten).

Zwar distanzierte sich der Vorstand von Scheiper. Dennoch seien zwei Mitglieder aus dem Stadtverband ausgetreten. Ein weiteres Mitglied habe aus Gründen, die Wilharm nicht bekannt sind, den Stadtverband verlassen. Dieser bestehe jedoch weiter fort, auch mit Scheiper.

Nach den „Querelen“, wie Wilharm es nennt, habe es zudem einen „Shitstorm“ gegen ihn gegeben, der ihn „persönlich getroffen“ habe. Wenn durch die Kommunalwahl sein Name erst recht noch untrennbar mit der AfD, gegen die ja „alle“ seien, verbunden worden wäre, dann fiele das auf seine Familie zurück. Das wolle er nicht.

Dabei haben die Wilharms durchaus noch politische Ziele. Sie wollen in den Kreistag einziehen, kandidieren für den Wahlbereich Rinteln. „Die Unterlagen habe ich letzte Woche Mittwoch abgegeben, und die erste Vorprüfung war in Ordnung“, so Wilharm.

Mit dem Rückzug der AfD wird sich die Mehrheitsbildung im Rat der Stadt Rinteln aller Voraussicht nach zwar weniger schwierig gestalten. Die ohnehin knappe Rot-Grün-Mehrheit steht dennoch auf der Kippe. Zumal die mit 21 Kandidaten stark aufgestellte WGS jetzt auf die Protestwähler hoffen kann, die womöglich die AfD gewählt hätten.

Unklar ist, ob Heinz-Josef Weich wie angekündigt als Einzelkandidat antreten wird. Bis gestern Mittag hatte er seine Wahlunterlagen noch nicht bei der Stadtverwaltung eingereicht. Die Frist dafür läuft am Montag um 18 Uhr ab.pk



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