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Wählerinitiative wächst um 20 Prozent

Aderlass bei der SPD – WIR legt deutlich zu

STADTHAGEN. Die Stadthäger SPD erlebt offenbar einen Aderlass – zugunsten von WIR. Sozialdemokrat Jürgen Burdorf ist vor einigen Monaten aus dem Ortsverein der SPD ausgetreten. Jetzt steht er auf der WIR-Kandidatenliste für den Stadtrat. Komplizierter liegt der Fall bei der SPD-Ratsfrau Hülya Yavuz. Die Fraktionsvorsitzenden von WIR und SPD wiedersprechen sich diesbezüglich.

Autor:

Jan-Christoph Prüfer

Nach Worten von SPD-Chef Jan-Philipp Beck hatte Yavuz ihm signalisiert, sie wolle aus persönlichen Gründen bei der nächsten Kommunalwahl nicht mehr antreten. Kurz darauf habe der WIR-Vorsitzende Richard Wilmers Yavuz angesprochen, ob sie nicht stattdessen mit WIR-Ticket in den Rat einziehen wolle.

„Wir haben dann mit ihr gesprochen und ihr aufgezeigt, was es für Möglichkeiten in der SPD gibt“, erklärt Beck. Inzwischen sei klar, dass Yavuz in der SPD bleibt. Kandidieren werde sie im Herbst aber nicht.

Richard Wilmers will Yavuz nicht initiativ angesprochen haben. Am Rande einer Ratssitzung sei sie zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, sie wolle sich „umorientieren“. Nähere Angaben habe sie nicht gemacht.

Wenig später stand Yavuz auf der WIR-Liste für den Rat. Diese Liste wird WIR jetzt ändern – denn auch hier hat die SPD-Ratsfrau mit Verweis auf persönliche Gründe einen Rückzieher gemacht.

Auf eben diese Gründe verweist Yavuz auch im Gespräch mit dieser Zeitung. Zur Kommunalwahl im Herbst werde sie sich aus der aktiven Lokalpolitik zurückziehen.

Jürgen Burdorf war zwar Mitglied der SPD, hatte aber vor seinem Wechsel zu WIR keine politische Funktion. Bekannt ist er in der Kreisstadt vor allem als Vorsitzender der Bürgerinitiative, die den Bau des Asphaltmischwerkes am Georgschacht verhindern wollte.

Dem WIR-Vorsitzenden Richard Wilmers zufolge erlebt die Gruppe gerade einen regelrechten Boom. So habe man in den vergangenen Wochen einen Mitgliederzuwachs von 20 Prozent zu verzeichnen gehabt. „Das ist enorm“, sagt Wilmers. „Die anderen verlieren schließlich Mitglieder.“ Im aktuellen WIR-Zuwachs befänden sich aber nur „normale“ Bürger, keine ehemaligen Mitglieder anderer Parteien.




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