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Ackerbürgerhaus Kellerstraße: Unter Schutz und doch im Weg

BAD MÜNDER. Ein steter Knackpunkt in den Gesprächen zur Nachnutzung des ehemaligen Grundschul-Areals zwischen Kellerstraße und Friedrich-Ebert-Allee: Das alte Fachwerkgebäude mit der Hausnummer 17 an der Kellerstraße. Jetzt fasst die Stadt den Abriss des Ackerbürgerhauses konkret ins Auge.

Seit neun Jahren hinter der Notabsperrung verborgen – der Zaun schützt Passanten vor herabfallenden Fassadenteilen des Hauses Kellerstraße 17. Fotos: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Wieder ins Auge, denn eigentlich waren die Abrissbagger bereits vor rund zehn Jahren schon bestellt. Die Stadt hatte Geld für den Abriss im Haushalt reserviert – doch dann kam alles anders: Die Untere Denkmalschutzbehörde zog die Reißleine, versagte die notwendige Genehmigung. Und bei der folgenden Begehung kam die Bauaufsicht des Landkreises zu einer grundsätzlich anderen Bewertung des Gebäudezustands als die damalige Architektin der Stadt. Die Architektin hatte aufgrund der massiven Schäden am Ständerwerk einen Abriss empfohlen, die Mitarbeiter der Bauaufsicht sahen die Standsicherheit im Jahr 2009 noch „akut nicht gefährdet“. Die damals bereits deutlich sichtbaren Schäden – insbesondere im Erdgeschoss – seien auf eine nicht fachgerechte Sanierung im Jahr 1986 zurückzuführen. Die Untere Denkmalschutzbehörde empfahl der Stadt, über eine Veräußerung nachzudenken. In der Folge bot die Stadt das Ackerbürgerhaus in verschiedenen Fachportalen an, zum Verkauf kam es jedoch nicht. Dafür aber zu einer Not-Absperrung des Gebäudes. Neun Jahre lang prägt bereits ein Bauzaun das optische Bild der Straße, die die Ortsgruppe des Heimatbunds gerne zur münderschen Museumsgasse entwickelt hätte.

Seit dem Umzug der Grundschule an die Wallstraße rückt die Zukunft des Ackerbürgerhauses wieder stärker in den Blick, weil bisherige Interessenten bei ihren Planungen zur Nutzung des Schulareals immer wieder an einem Punkt hängen blieben: Das Fachwerkgebäude ragt in das Schulgrundstück hinein, eine Entwicklung des Grundstücks wird im Zusammenhang mit der Zukunft des Hauses Kellerstraße 17 gesehen. Derzeit stehe die Verwaltung mit mehreren Interessenten in Kontakt, erklärt Bürgermeister Hartmut Büttner. Die Stadt habe einen Antrag auf Abrissgenehmigung gestellt. Büttner weiß aber auch: „Der Abbruch des Hauses Kellerstraße 17 ist ein überaus sensibles Thema.“

Weil die Stadt in Gesprächen steht, hat ProBürger-Fraktionschef Helmuth Mönkeberg auch seinen Antrag auf eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zurückgezogen. Mönkeberg wollte die Verwaltung untersuchen lassen, ob eine Nutzung der ehemaligen Grundschule als gemeinsamer Sitz für die bislang in Steinhof und Rathaus untergebrachten Verwaltungsbereiche Vorteile brächte.

Die Entwicklung und Vermarktung des ehemaligen Grundschulareals ist eng an die Zukunft des Ackerbürgerhauses gekoppelt.


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