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Achtung Wildwechsel!

Jeder sechste Unfall in Schaumburg ist auf eine Begegnung mit Tieren zurückzuführen

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Autor:

Tina Bonfert

Landkreis. Die ländliche Idylle hat auch ihre Nachteile. Für Autofahrer kann die Begegnung mit Wald- und Feldbewohnern wie Füchsen, Rehen und Wildschweinen zum Problem werden. Jeder sechste Unfall in Schaumburg ist ein Wildunfall.

Die Verkehrsunfallstatistik zeigt, dass die Zahl der Wildunfälle im Landkreis seit 2010 von 477 auf 526 im Jahr 2013 gestiegen ist. Das ist ein Anteil von knapp 16 Prozent der Gesamtunfälle pro Jahr. In Nienburg waren es vergangenes Jahr sogar 945 Wildunfälle.

„Autofahrern muss klar werden, dass wir hier ein verstärktes Wildunfallproblem haben“, betont Axel Grünvogel von der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg. Die meisten Unfälle werden durch Rehe hervorgerufen. Das liegt vor allem daran, dass Rehe besonders am frühen Morgen und in den Abendstunden regelmäßig von ihrem Rückzugsgebiet im Wald zum Äsen auf Felder wandern, wie Hermann Platte, Vorsitzender der Kreisjägerschaft erklärt. Wildschweine hingegen halten sich Platte zufolge eher im Wald auf und gehen eigentlich nur in der Zeit, wenn der Mais wächst, zum Fressen auf die Felder.

Während die Rehe in Herden gemeinsam überwintern, müssen sich die jungen Böcke im Frühjahr ein neues Territorium suchen. Daher sollten Autofahrer im Frühjahr sowie zur Brunftzeit zwischen Mitte Juli und Mitte August besonders wachsam sein. Schwerpunkte sind Straßen in Wald- und Feldgebieten, die es in ländlichen Regionen wie Schaumburg besonders häufig gibt. „Es gibt kaum eine Straße, wo keine Wildunfälle passieren können“, betont Grünvogel.

Meistens bleibe es bei einem stumpfen Aufprall und Sachschäden. Eine große Gefahr berge jedoch der Versuch, den plötzlich auf die Straße springenden Tieren auszuweichen. „Dabei verliert man die Kontrolle über das Auto, was im schlimmsten Fall im Graben oder an einem Baum endet und immer Verletzungen nach sich zieht“, erläutert Grünvogel. Bei tödlichen Unfällen, wo das Fahrzeug aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen ist, könne oft nicht ermittelt werden, ob ein über die Straße gelaufenes Tier der Auslöser war. In diesem Bereich gebe es eine große Dunkelziffer.

Um die Tiere davon abzuschrecken, über die Fahrbahn zu laufen, hat die Jägerschaft blaue Reflektorfolien an den Begrenzungspfählen angebracht. Auf einigen Strecken konnte die Zahl der Unfälle zur Freude von Platte dadurch halbiert werden. Seit einigen Jahren sind die Reflektoren nicht mehr in Weiß gehalten, sondern blau. Das habe sich als noch effektiver erwiesen. Zusätzlich ist geplant, an Stellen, wo es häufig zu Wildunfällen kommt, Schilder auf roten Dreibeinständern aufzustellen, um Autofahrer auf die Gefahr aufmerksam zu machen. „Es gibt keine Maßnahme, die überall greift“, wie Grünvogel betont. Vor allem müsse man sich als Autofahrer ständig der Gefahr bewusst sein und das Tempo an Straßen, die an Wälder und Felder angrenzen, entsprechend anpassen.

Besonders in den frühen Morgenstunden und der Abenddämmerung wandern die Rehe aus dem Wald auf die Felder zum Äsen.dpa



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