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Mit "Abschlussquote erhöhen, Berufsfähigkeit steigern" wollen Land und Bundesagentur Hauptschulen fördern

Acht Grawi-Schüler in "einzigartigem" Modellprojekt

Bückeburg (rc). Die Graf-Wilhelm-Schule ist in das Modellprojekt "Abschlussquote erhöhen, Berufsfähigkeit steigern" aufgenommen worden. Acht Schüler der beiden achten Klassen werden zum Halbjahreswechsel in den Genuss einer besonderen Förderung kommen, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen soll.

Grawi-Rektorin Dirka Rödenbeck sieht das Modellprojekt als Chanc

Die Bundesagentur für Arbeit und das Land Niedersachsen stehen hinter dem nach eigenen Angaben bundesweit einzigartigen Gemeinschaftsprojekt. Wie Kultusminister Bernd Busemann in Hannover mitteilte, erwartet er künftig "bessere Chancen für gefährdete Schüler". Rund 500 Schülerinnen und Schülern der 8. und zukünftigen 9. Klassen der Hauptschulen und der Förderschulen in allen Regionen des Landes, deren Hauptschulabschluss gefährdet ist, soll die Chance geboten werden, durch individuelle Förderung und Praxisbetreuung den Schulabschluss und den beruflichen Einstieg zu erreichen, so Busemann. An 24 Standorten sollen Projektklassen mit 20 bis 22 Schülerinnen und Schülern eingerichtetet werden, in denen die Schüler unterstützt und gefördert werden. Beteiligt sind insgesamt 92 Schulen. Die Landesregierung stellt 22 Lehrerstellen bereit, um den Fachunterricht sicherzustellen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt die Personalkosten für je einen externen Bildungsbegleiter pro Klasse und zusätzliche sozialpädagogische Fachkräfte sowie die Kosten für die wissenschaftliche Begleitung. "Der inhaltliche Schwerpunkt liegt im Bereich der berufsfeldbezogenenÜbungen und der Schlüsselkompetenzen. Bildungsbegleiter und Sozialpädagogen unterstützten die Lehrkräfte beim Erstellen und Koordinieren individueller Lehrpläne mit hohem Realitäts- und Arbeitsweltbezug und organisieren und betreuen Praktika in Betrieben", hob der Kultusminister hervor. Im Schaumburg wird das Schulzentrum Helpsen Standpunkt der Projektklasse sein. Für die acht Bückeburger Grawi-Schüler bedeutet dies, dass sie sich für die nächsten eineinhalb Jahre - bis zu ihrem voraussichtlichen Abschluss - per S-Bahn auf den Weg zur Schule in Kirchhorsten machen müssen, wie Grawi-Rektorin Dirka Rödenbeck auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. An ihrer Schule läuft derzeit die Vorauswahl der acht Schüler, "von denen wir befürchten, dass sie von uns nicht mehr gefördert werden können". In der kommenden Woche wird dafür ein so genanntes Kompetenzfeststellungsverfahren eingeleitet. Insgesamt bezeichnete Rödenbeck das Modellprojekt als "eine Chance" für alle Schulen. "Wir erhoffen uns, dass aus den Erfolgen mehr erwächst und die Position der Hauptschulen insgesamt damit gestärkt wird." Eine gelungene Bildungsbiographie im allgemein bildenden Schulwesen, derÜbergang von der Schule in das berufliche System sowie der Erwerb eines beruflichen Abschlusses seien zentrale Voraussetzungen für die spätere Aufnahme einer dauerhaften existenzsichernden Beschäftigung, erhofft sich der Kultusminister.

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