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Eröffnung in Hildesheim

Abtauchen im Wasserwerk – natürlich nur in Kultur

Hildesheim. Wasser marsch? Nö, das ist Vergangenheit. Das Hildesheimer Wasserwerk „Ortsschlump“, 1894 erbaut, liegt quasi auf dem Trockenen. Um im Jargon zu bleiben: Regen Zulauf soll’s in Zukunft trotzdem geben, denn der geschichtsträchtige Ort aus Stein und Stahl ist zum neuen Top-Kulturstandort für das Hildesheimer (Um)Land auserkoren worden. 9000 Quadratmeter Fläche stehen für Konzerte und andere Veranstaltungen zur Verfügung – das ist weit mehr als die Fläche eines ausgewachsenen Fußballfeldes. Mit anderen Worten: genug Platz – sogar für Topstars. Einige kommen zu den Eröffnungswochen, die am kommenden Freitag beginnen und bis zum 11. September dauern.

Autor:

Jean LeGrand

Das „Kulturzelt im Wasserwerk“ (Goslarsche Landstraße 15) ist aufgespannt! Damit kann’s losgehen in Sachen Rock und Pop, Jazz und Klassik, Comedy und Lesung. Den Anfang der Eröffnungswochen macht am kommenden Freitag, 20. August, die Manfred Man’s Earthband. Sie sorgen sozusagen für eine Vorpremiere, denn die offizielle Eröffnung mit Reden und allerlei anderen Quasseleien, aber auch mit der Wassermusik der Philharmonie des Theaters für Niedersachsen in Hildesheim folgt am Samstag, 21. August, ab 20 Uhr.

Das alte Wasserwerk erwacht zu neuem Leben. Neben den erhaltenen Brunnen ist das ehemalige Pumpenhaus zum Kultur-Ganzjahresbetrieb ausgebaut worden. Dort findet dann auch die dreiwöchige Veranstaltungsreihe statt, die viele Höhepunkte verspricht. Sowohl hochkarätige internationale Künstler als auch die regionale Hildesheimer Szene werden auf der Bühne zu sehen sein. Die Veranstalter rechnen in diesen ersten drei Wochen mit über 10 000 Besuchern, was nicht wirklich überraschend ist, denn an den 13 Abenden werden unter anderem auch Eric Burdon – der einstige Sänger der legendären Animals und noch heute bei Rockfans „up to date“ – und Jazz-Ikone Marla Glen (mit zehnköpfigem Orchester) im Bühnenlicht stehen. Überragendes Highlight könnte der Auftritt des schillernden Klassik- und Punk-Geigers Nigel Kennedy werden. Verheißungsvoller Titel des Programms vom Nigel Kennedy Quintett am Dienstag, 7. September, ab 20 Uhr ist „Shhh!“.

Nigel Kennedys Tourneen sind in aller Regel im Handumdrehen ausverkauft – eines seiner Alben schaffte sogar den Sprung ins Guiness-Buch der Rekorde als meistverkauftes Klassikalbum aller Zeiten. Seit einigen Jahrzehnten ist der Yehudi Menuhin-Meisterschüler Nigel Kennedy einer der weltweit führenden Violinvirtuosen – und das nicht nur mit klassischem Repertoire. Schon während seines Studiums an der renommierten New Yorker Juilliard School besuchte er nicht nur den üblichen Unterricht, sondern spielte zum Schrecken der Dozenten mit Jazz-Altmeister Stéphane Grappelli um die Wette. „Ich bin von Natur aus ein Improvisator“, so der Geiger. Das beweist er aufs Faszinierendste mit seinem neuen Album Shhh! – ein Gemeinschaftswerk seines Quintetts und Sänger Boy George. Kennedy bietet mit dem Album, das stilistisch in die Kategorie Electric Jazz gehört, eine immense Weiterentwicklung seiner Kunst und der seines Quintetts. Offenheit jeder Stilrichtung gegenüber ist, wenn man so will, das Geheimrezept, mit dem Kennedy, nicht nur mit schlafwandlerischer Sicherheit immer wieder neue Musik kreiert, sondern auch große Künstler zu Partnern macht.

4 Bilder

Billy Cobham (großes Bild) wird mit seiner Band im Wasserwerk unter anderem sein neues Jazzalbum „Palindrome“ vorstellen. Die Eröffnungswochen des neuen Kulturzeltes in Hildesheim sind bunt-schillernd, denn auch Jazz-Superstar Nigel Kenndy, Marla Glen, Jan-Josef Liefers und Stefanie Heinzmann (kleine Bilder von oben nach unten) werden im Rampenlicht stehen.




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