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Stadtrat: Wer 2011 nicht mehr antritt / „Gruppe 60 plus“ stellt voraussichtlich wieder die Mehrheit

Abschied von der kommunalpolitischen Bühne

Bad Münder (mf). In einem Dreivierteljahr sind Kommunalwahlen. Schon jetzt steht fest, dass dem nächsten Stadtrat einige bekannte Gesichter nicht mehr angehören werden. Eine Reihe von Politikern will nicht mehr für das Ehrenamt kandidieren.


Vor geraumer Zeit hatte CDU-Fraktionschef Harald Einecke bereits seinen bevorstehenden Rückzug angedeutet. Jetzt ist es amtlich: „Für mich ist Ende 2011 Schluss. Ich ziehe mich ganz aus der Kommunalpolitik zurück“, sagt Einecke. Mit ihm verlässt ein politisches Schwergewicht die Bühne, das Jahrzehnte lang die Politik der Union dominiert hat.

Das gilt auch für den Ratsvorsitzenden Helmut Steinwedel (SPD), der jetzt 74-jährig, in den politischen Ruhestand gehen will. Seit 1973 gehört der Hachmühlener mit nur wenigen Unterbrechungen Stadt- und Ortsrat an.

Seinen Abschied aus dem Stadtrat nimmt auch Dr. Axel Goeritz aus Nettelrede. Auf Anfrage nennt er „persönliche Gründe“ für seine Entscheidung. Es ist aber kein Geheimnis, dass Goeritz damit auch die Konsequenzen aus anhaltenden Meinungsverschiedenheiten mit seiner Partei zieht. Der Vorsitzende des Finanzausschusses war unter anderem mit seiner Forderung, die Ortsräte aus Kostengründen durch Ortsvorsteher zu ersetzen, mächtig angeeckt. Spekulationen zufolge will Goeritz auch nicht mehr für den Ortsrat antreten. Offiziell mag er sich dazu bislang aber nicht äußern.

Ebenso SPD-Ratsherr Heinz Westphal aus Egestorf, der dem Vernehmen nach aus privaten Gründen nicht noch einmal kandidieren will. Auf Anfrage verweist Westphal aber darauf, sich zunächst den Parteifreunden gegenüber erklären zu wollen.

Mit Martina Feuerhake verliert die SPD noch ein weiteres Stadtratsmitglied. „Ich schaffe es zeitlich einfach nicht mehr“, begründet sie ihren Entschluss, sich nicht mehr aufstellen zu lassen.

Sicher scheint: Die Altersgruppe 60 plus bleibt auch in der nächsten Legislaturperiode die stärkste Fraktion im 33-köpfigen Rat – unter anderem auch, weil die Parteien es immer schwerer haben, Jüngere für ein politisches Engagement zu gewinnen.

Obwohl bereits 71 Jahre alt, will Jörg Dernedde noch einmal für die FDP kandidieren – „allerdings nur noch auf einem hinteren Listenplatz“, wie er einschränkt. Auch Grünen-Ratsherr Gerhard Fiedler denkt nicht unbedingt ans Aufhören. Der 72-Jährige will sich mit seiner endgültigen Entscheidung zwar noch bis März Zeit lassen, das Alter ist für ihn aber grundsätzlich kein Grund, der Kommunalpolitik Lebewohl zu sagen. Mit 71 ist noch lange nicht Schluss, sagt sich auch Rolf Wittich. Der Bakeder will sich zwar nicht mehr um den Posten des Fraktionsvorsitzenden

bewerben, aber als „einfaches“ Ratsmitglied dabei bleiben.

Auch Dietmar Nossing (65, SPD) möchte gern noch eine Wahlperiode von fünf Jahren dranhängen – nicht nur im Stadtrat, sondern auch im Kreistag. Ebenso Dagmar Niemeier (CDU). „Ich will gern, und meine Partei möchte es auch“, sagt die 64-Jährige. Weiterhin für ein Mandat zur Verfügung stehen nach eigenen Worten auch die beiden Genossen Uwe-Peter Keil (63) und Karl-Wilhelm Baule (61) sowie CDU-Ratsherr Armin Klinger (65). Zur Gruppe der über 60-Jährigen, die im Rat politisch aktiv bleiben wollen, gehören außerdem die beiden SPD-Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak (62) und Karl-Heinz Bodtmann (61).



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