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Ortstermin am Seetor: Landesamt lehnt Schutzwürdigkeit beider Häuser ab

Abriss rückt näher: Experten stufen Gebäude nicht als Denkmäler ein

Rinteln (crs). Die Abrissbirne nähert sich den Gebäuden Seetorstraße 1 und Josua-Stegmann-Wall 14 - und nach Auffassung der Denkmalschützer kann sie ihr zerstörerisches Werk ruhig vollenden: Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege sieht nach einem Ortstermin am Seetor "keine Veranlassung, Änderungen im Verzeichnis der Kulturdenkmäler vorzunehmen" - sprich: Die beiden Gebäude stellen aus Expertensicht keine Baudenkmäler dar und können ohne Bedenken abgerissen werden. Das teilt Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz auf Anfrage mit.

Nicht zum ersten Mal wird das Gebäude am Josua-Stegmann-Wall 14 vor dem Hintergrund eines möglichen Denkmalschutzes überprüft: Bereits 1986 war der Bau für die Liste der städtischen Kulturdenkmäler untersucht, aber nicht aufgenommen worden. "Die Häuser stehen nicht unter Denkmalschutz, wir haben eine gültige Abrissgenehmigung - in ein paar Tagen ist die Sache erledigt", zeigt Walter Greve von der Hamelner "Kontur Bau Vision GmbH", Projektentwickler des geplanten Seniorenpflegeheims am Seetor, wenig Verständnis für den späten Protest aus Rinteln. Am Seetor schafft das Hamelner Abrissunternehmen Otto bereits seit einigen Tagen Fakten. Die Ruine des Rohbraken-Baumarkts ist schon weitgehend Vergangenheit, das frühere Haus des Tierarztes Dr. Lampe wird als Nächstes dran sein. Noch rund vier Wochen werden die Abbrucharbeiten dauern, im November sollen dann die Aufträge für den Hochbau rausgehen. Es bleibt beim Zeitplan: Im Herbst 2009 soll das 82-Betten-Haus eröffnet werden. Unterdessen reagiert Antje Rinne (WGS) auf die Kritik von SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann an ihrem Vorhaben, die Denkmalwürdigkeit prüfen zu lassen (wir berichteten). Wer auf den Tourismus als Wirtschaftsfaktor setze, müsse sich auch damit auseinandersetzen, was den besonderen Reiz der Stadt Rinteln ausmache, schreibt Rinne in einer Pressemitteilung: "Zu dieser Attraktivität trägt nicht nur die historische Bausubstanz im Zentrum bei, sondern auch der Verlauf der alten Wallanlagen mit seiner Bebauung." Aus diesem Grund regt Rinne eine obligatorische Prüfung der Erhaltungs- oder Denkmalwürdigkeit an: "Viele Zeugnisse der Rintelner Geschichte haben wir durch Abriss verloren, und was erst mal abgebrochen ist, ist für immer weg."




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