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Unterirdische Fehlerquelle liegt kurz vor Heeßen / Schaden seit Donnerstagmittag angeblich behoben

Abgesoffene "Muffe" ist Grund für TV-Ausfall

Eilsen (tw). Das war wohl nichts: Entgegen den Zusicherungen von Kabel Deutschland, die Störungen im Fernsehnetz noch im Laufe des Mittwochs zu beheben (wir berichteten), blieben die Bildschirme in großen Teilen Eilsens - zeitweise - sogar noch am Donnerstag dunkel.

Totaler TV-Ausfall in Eilsen: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts ..

Besondersärgerlich: Nachdem das Programm am Mittwoch für etwa dreieinhalb Stunden wieder lief, brachen Fernsehbild und Radioton ausgerechnet mitten während der Übertragung des Handball-EM-Spiels Deutschland-Frankreich zusammen ... Andrea Becker, Pressereferentin bei Kabel Deutschland, gestern gegenüber der Landes-Zeitung: "Wir hatten in Bad Eilsen von Dienstag bis Mittwoch Abend einen Ausfall aller Dienste (Fernsehen, Internet, Telefonie) im Kabelnetz. Ursache war ein defekter unterirdischer Verstärkerpunkt - eine so genannte Verstärkerpunktmuffe." Die Fehlereingrenzung sei schwierig gewesen, da sich die Verstärkerpunkte in einem Waldgebiet befänden. Becker: "Nachdem die Arbeiten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch abgebrochen werden mussten, konnten unsere Techniker am Mittwoch mit Hilfe von umfangreichen Tiefbauarbeiten zur Fehlerquelle - einem unterirdischen Verstärkerpunkt vor Heeßen - vordringen." In die Verstärkerpunktmuffe sei aufgrund der starken Regenfälle in den letzten Tagen Wasser eingedrungen, was den Defekt am Verstärkerpunkt und somit den Totalausfall ausgelöst habe. Nachdem der defekte Verstärkerpunkt getauscht und die Pegel neu eingestellt worden seien, hätten alle Dienste im Kabelnetz Mittwochabend wieder bereit gestanden. Aber: "Donnerstagmmorgen kam es in Bad Eilsen nochmals zu einem Ausfall aller Dienste, der durch eine defekte Steckverbindung an einem anderen unterirdischen Verstärkerpunkt im gleichen Wald ausgelöst wurde", bedauert die Pressereferentin. Nachdem der Fehler durch Techniker lokalisiert worden sei, mussten Tiefbauarbeiten vorgenommen werden, um die Steckverbindung auszutauschen. Becker: "Alle Dienste im Kabelnetz stehen seit Donnerstag, 11.30 Uhr, wieder zur Verfügung. " Allerdings: Zahlreiche Bürger, die gestern die Störungsstelle des Unternehmens kontaktierten, erreichten ob der Vielzahl der Anrufe nicht mal einen Mitarbeiter. Statt dessen hörte, wer die Postleitzahl von Bad Eilsen (31707) in sein Telefon eintippte, eine Bandansage der Kabelgesellschaft: "In Ihrem Anschlussbereich liegt derzeit ein Totalausfall in unserem Kabelnetz vor. Die Entstörung ist bereits veranlasst und wird so schnell wie möglich durchgeführt." - "Ein Unding", rügte gestern die Bad Eilserin Gisela Börsch (Bückeburger Straße 19 b) die Informationspolitik von Kabel Deutschland: "Wenn Strom oder Wasser abgestellt werden, gibt's doch auch eine Nachricht an die Haushalte." Wenigstens die Samtgemeinde, so Gisela Börsch, hätte das Unternehmen im nachhineinüber Ursache und Dauer des TV-Totalausfalls informieren können. Denn alte Leute wüssten in so einer Situation keinen Rat, holten den Fernsehtechniker in dem Glauben, ihr Gerät sei defekt. Und das könne teuer werden. Im Rathaus hatte - auch - Gisela Börsch als erstes angerufen und dort die Telefonnummer der Bundesnetzagentur erhalten. Die Bad Eilserin: "Als ich dort anrief, bin ich unwirsch abgewiesen worden." Eine Mitarbeiterin habe ihr genervt gesagt: "Das hat nichts mit uns zu tun. Da hätten Sie auch gleich das Finanzamt anrufen können." Auch die Nummer von Kabel Deutschland habe man ihr nicht geben wollen. Begründung: "Dort kriegen Sie sowieso keine Auskunft." Und tatsächlich: Nachdem sich Gisela Börsch schließlich die Telefonnummer besorgt hatte, blitzte sie zunächst auch bei der Kabelgesellschaft ab. "Sie sind nicht der Eigentümer des Anschlusses", habe es geheißen. Was die Bad Eilserin nicht versteht: "Ich zahle schließlich die Gebühr für das Kabelfernsehen. Da werde ich ja wohl Auskunft verlangen dürfen." Erst ein zweiter Gesprächspartner habe sie dann - vage - über die Ursache des Ausfalls informiert. "Insgesamt", rechnet Gisela Börsch, "habe ich 45 Minuten in der Leitung gehangen, die meiste Zeit bei ,schöner' Musik." Pro angefangener Minute für 14 Cent aus dem Festnetz. Siehe Kommentar links.

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