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Körperliche Voraussetzung entscheidend / Stützräder keine große Hilfe

Ab wann dürfen Kinder allein fahren?

Landkreis (blc). Mit dem schönen Wetter beginnt auch die Lust auf das Radfahren. Beim Familienausflug am Sonntag dürfen die Kinder mitradeln, aber auch der Weg zur Schule kann jetzt für viele mit dem Rad zurückgelegt werden. Ab wann kann ein Kind eigentlich Rad fahren? Wann kann man sie allein losfahren lassen?

Alter: „Es gibt kein festes Lebensalter, ab dem ein Kind Fahrrad fahren kann“, erläutert Wilfried Schnüll, Polizeihauptkommissar a.D. und langjähriger Verkehrssicherheitsexperte der Polizei Rinteln. „In der dritten Grundschulklasse gibt es meist eine Vorprüfung auf einem einheitlichen Parcours, die Fahrradprüfung ist dann in der vierten Klasse.“ Würden Eltern an beiden Prüfungen teilnehmen, könnten sie den Unterschied in der Entwicklung ihres Kindes innerhalb dieses Jahres deutlich erkennen, meint der Experte. „Nicht nur das Alter ist entscheidend, auch die körperlichen Voraussetzungen setzen Grenzen.“

Regeln lernen: Die Kinder müssen die Regeln kennen. Um diese Regeln dann auch noch im Straßenverkehr anwenden zu können, müssen die Kinder zunächst sicher fahren können. „Bis zum zehnten oder zwölften Lebensjahr kann man sich nicht darauf verlassen, dass sie sich tatsächlich an die Verkehrsregeln halten“, so Schnüll.

Motorik entwickeln: „Sinnvoll ist es, früh anzufangen“, sagt Wilfried Schnüll. „Für die ersten Versuche bietet sich ein Laufrad an, wenn das Kind selbst sich dafür interessiert. Zwingen sollte man ein Kind nie.“ Laufräder haben keine Pedale und seien für die motorische Entwicklung gut geeignet. Auch ein Roller hilft für den Anfang, das Gleichgewicht zu halten. Hier bestimmt das Kind auch seine eigene Geschwindigkeit und lernt seine eigenen Grenzen kennen. Deutlich schlechter hingegen sind kleine Räder mit Stützrad, denn damit wird die motorische Entwicklung verhindert und häufig fahren diese Kinder später schief, denn die Stützräder verhindern das Entwickeln der Motorik.

Automatik entwickeln:

Kann ein Kind ohne Hilfe mit dem Rad fahren, muss sich Sicherheit im Umgang mit dem Rad entwickeln. Antrieb, bremsen, lenken… Es ist viel, was ein Kind gleichzeitig beachten muss. Meist schauen sie nur auf das Vorderrad und haben noch keinerlei Überblick über ihre Umgebung. Auch den Bremsvorgang können sie noch nicht einschätzen. Was ist Entfernung? Wie lang ist ein Bremsweg? Je jünger ein Kind ist, desto schwieriger sind diese Dinge zu erklären. „Für Kinder ist das Rad ein Spielzeug, kein Verkehrsmittel“, so Schnüll.

Auf Zuruf reagieren: In Gruppen oder Begleitung eines Erwachsenen sollte das Kind vorneweg fahren. Dazu ist es für die Sicherheit des Kindes erforderlich, dass das Kind lernt, auf spontanen Zuruf zu reagieren.

Welches Rad ist richtig? „Meist wird ein Rad zu groß gekauft“, berichtet Wilfried Schnüll von seinen Erfahrungen. Dann würde der Sattel ganz heruntergeschraubt, aber das Kind könne kaum mit den Füßen den Boden erreichen. Bei einem plötzlichen Bremsmanöver passiere es häufig, dass ein Kind einfach abspringt und damit für nachfolgende Verkehrsteilnehmer nicht einschätzbar wird. Der Verkehrssicherheitsexperte empfiehlt, sich in jedem Fall in einem Fachhandel beraten zu lassen, um für das Kind das richtige Rad zu bekommen. Hier sollte auch der richtige Fahrradhelm ausgesucht werden.

Dürfen Kinder auf dem Bürgersteig fahren? Bis zum achten Lebensjahr müssen Kinder den Gehweg benutzen. Und sie dürfen das bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr.




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