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SPD-Bundestagskandidatin Lösekrug-Möller liebt das Weserbergland, ihren Garten und gute Bücher

Ab Springe freut sie sich nur noch auf Zuhause

Hameln. Sie stichelt gern. Und das ist wörtlich zu nehmen. Ihre kleinen Patchwork-Arbeiten hat sie unterwegs immer dabei – im Hotelzimmer, im Zug nach Berlin. Gabriele Lösekrug-Möller ist passionierte Quilterin, gehört der Quilter-Gilde in Deutschland an und hat schon alle Freunde und Verwandten mit ihren kunstvollen Handarbeiten beglückt. Die SPD-Bundestagsabgeordnete, die zur Wiederwahl antritt, quiltet seit den 1970er Jahren. Ein Hobby, das ihr einen Ausgleich zum anstrengenden Job als Politikerin bietet.

Autor:

Karin Rohr

Ein Reh kommt jeden Morgen zu Besuch

Bis zu 25 Wochen im Jahr verbringt die 58-jährige Mutter von zwei erwachsenen Söhnen beruflich in Berlin. Sie fährt grundsätzlich mit der Bahn: „Ab Springe freue ich mich, wieder daheim zu sein“, sagt „Lömö“, wie sie nicht nur von ihren Freunden genannt wird. Das Weserbergland ist ihr ans Herz gewachsen. Seit 1990 ist sie hier zuhause, gebürtig stammt sie aus Bovenden bei Göttingen. „Ich liebe mein Haus und meinen Garten in Hameln“, bekennt sie: „Hier schalte ich wirklich ab.“

Der Garten – eine Oase der Ruhe, auf 1500 Quadratmetern am Klütwald gelegen, mit gepflegten Rasenflächen, geschwungenen Trockenstein-Mauern und üppigen Blumenrabatten, wo ruhig „viel Wildwuchs sein darf“, wie Lösekrug-Möller sagt. „Da bin ich sehr großzügig.“ In den Fischteich an der Terrasse ergießt sich auf Knopfdruck ein künstlich angelegter Bach: „Ich mag das Plätschern so gern“, meint sie. Sie mag auch das Reh, das sie zurzeit jeden Morgen besucht, die Äpfel aus dem Garten frisst – und: „Alle meine Rosenknospen“. Das Reh darf das: „Es ist so ein wunderschönes Tier.“

Das Zuhause – ein Refugium, ein Rückzugsort, nach und von der politischen Arbeit. Eine Arbeit, die Gabriele Lösekrug-Möller in ihrem Wahlkreis genauso wichtig ist wie in Berlin. Sie gilt als fleißig, nimmt viele Termine wahr. Man kennt sie. Nervt es sie, dass sie auf Schritt und Tritt angesprochen wird? „Nein, das ist der Preis, wenn man eine öffentliche Person ist“, sagt die SPD-Frau, „dann ist man nie nur Privatperson.“ Früher, erzählt sie, habe sie sich deshalb nur gestylt auf die Straße getraut: gekämmt, geschminkt, korrekt gekleidet. „Heute habe ich mir das abgewöhnt“, gibt sie zu: „Ich nehme mir das Recht, ungeschminkt im Jogging-Anzug zum Bäcker zu gehen.“

Dass sie noch vor ihrem Studium der Sozialpädagogik eine Ausbildung zur Buchhändlerin abgeschlossen hat, spiegelt sich nicht nur in den gut bestückten Bücherregalen in ihrem Wohnzimmer wider: Man spürt ihre Begeisterung, wenn sie über Literatur spricht. Gerade hat sie Rafik Schamis Buch „Das Geheimnis des Kalligrafen“ gelesen. Sie schwärmt von der „Kraft und Intensität der Bilder“ des Rattenfänger-Literaturpreisträgers. Erzählt, dass sie mit Freunden regelmäßig Bücher austausche. Und nennt als Zutaten für einen gemütlichen Abend daheim: „Ein Glas Wein und ein gutes Buch“. Das sei „Erholung pur.“

Urlaub? Ja, schon. Mit ihrem Lebensgefährten Ulrich Watermann will sie im Herbst eine Woche wandern. Und eine Woche Ski-Urlaub im Winter mit ihren beiden Söhnen sei Tradition. Auch wenn Jonas (25) und Simon (23) erwachsen sind – auf regelmäßige Familienzusammenkünfte will keiner verzichten. „Ich bin ein Familienmensch“, gesteht Lösekrug-Möller. Und ein Bewegungsmensch: „Am liebsten in der Natur – schon als Kontrast zu den vielen Sitzungen.“ Sie wandert, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Nicht nur im Weserbergland. Den Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda will sie ganz entlanggehen. „Das erste Stück war schon spannend.“

Ausgeglichen, harmonisch und gelassen wirkt sie: „Bis mir etwas unter die Haut geht, dauert’s lange“, sagt die Politikerin. Trotzdem sei sie ein emotionaler Mensch und könne in Sachdiskussionen auch richtig hitzig werden. Grundsätzlich sei sie ein „optimistischer Typ“, sehe immer das halb volle, nie das halb leere Glas. Was die Menschen an ihr schätzen? „Dass ich gut zuhören kann“, ist sie sicher. Was sie an Menschen nicht mag? „Neid“, sagt Gabriele Lösekrug-Möller spontan: „Neid finde ich schlimm, er ist mir fremd.“

In ihrem Garten in

Hameln findet Gabriele Lösekrug-Möller Entspannung vom hektischen politischen Alltag.

Foto: Wal




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