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Konzentrationsprozess geht weiter / Aus 348 Kirchengemeinden im Bistum werden 120 neue

Ab Oktober ist St. Josef nicht mehr Pfarrkirche

Obernkirchen (sig). Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Kirche St. Josef sind vorbei. Alles war gründlich und rechtzeitig vorbereitet worden. Dieses Fest war ein vorzügliches Beispiel für eine sehr lebendige und zugleich traditionsbewusste Kirchengemeinde, die mitten in einem heftigen Strukturwandel wie ein Fels in der Brandung zusammenhält. So, als könne sie nichts erschüttern.

Kein Vorwurf war zu hören darüber, dass St. Josef nach dem baldigen Ausscheiden von Norbert Mauerhof den Rang einer Pfarrkirche verliert. Vom 1. Oktober an werden die katholischen Gemeinden in der Bergstadt und im Auetal für die Dauer eines Jahres vom in Bückeburg ansässigen Pfarrer Matthias Ziemens seelsorgerischbetreut. Auch er soll danach eine neue Aufgabe erhalten. Mehr ist darüber noch nicht bekannt. Ab Oktober hält Matthias Ziemens zunächst sonnabends um 17 Uhr in der Kirche St. Katharina in Rehren einen Vorabend-Gottesdienst ab. Am Sonntagmorgen folgt um 9 Uhr eine Messe in Obernkirchen, ab 10.30 Uhr dann in Bückeburg. Zu diesem Zeitpunkt ist Norbert Mauerhof dann bereits in Seelze als Pfarrer für die dortige Dreifaltigkeitsgemeinde zuständig, die rund 4500 Gläubige zählt. Am 30. September dieses Jahres endet seine Amtszeit in der Bergstadt. So ganz leicht fällt ihm sicherlich der Wechsel nicht, denn in Obernkirchen gab es eine beispielhafte ökumenische Zusammenarbeit. Aber in dieser Zeit kann kein Geistlicher damit rechnen, seine Amtszeit ohne einen Standortwechsel hinter sich zu bringen. Im Gegenteil: Derzeit steht fest, dass im kirchlichen Bereich nichts beständiger ist als der Wechsel. Bis zum Jahre 2014 sollen aus derzeit 348 Kirchengemeinden im Bistum Hildesheim 120 neue entstehen, Wie Pfarrer Norbert Mauerhof ankündigt, wird bis 2012 Stadthagen mit Sachsenhagen, Lindhorst und Hohnhorst vereinigt. Gleichzeitig schließen sich Rinteln und Hess. Oldendorf zusammen. Bereits beschlossene Sache ist der Verkauf der Kirche in Bad Eilsen. Um den Erhalt des katholischen Gotteshauses in Rehren A.O. kämpfen derzeit die Gläubigen mithilfe einer Unterschriftensammlung und der Gründung eines Fördervereins. Dieses Schicksal wird der Kirche St. Josef erspart bleiben. Sie steht ohnehin unter Denkmalschutz. Bischof Norbert Trelle ist in seiner Predigt beim festlichen Hochamt auf diese Entwicklungen nicht näher eingegangen. Die Kirche sei, so der geistliche Oberhirte des Bistums, mehr als nur ein kommunikatives Miteinander. Sie sei vielmehr die höchste Form des Angenommenseins. Die Gemeinden müssten in dieser schwierigen Zeit näher zusammenrücken und einander in brüderlicher Liebe zugetan sein.Dieses Miteinander stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Im letzten Gottesdienst, der genau zum Kirchweihtag vor 100 Jahren am Dienstagabend abgehalten wurde, dankte Pfarrer Norbert Mauerhof allen Helfern, den kirchlichen Gruppen und Chören für ihre Mitarbeit. "Es ist geschafft, und es ist gut geschafft worden" - das war der Tenor des abschließenden Treffens im Pfarrheim.




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