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Ministerium denktüber flexible Regelung nach / Priemer erneuert Forderung: "Wäre sehr glücklich"

A 2: Hirche willÜberholverbot für Lkw prüfen

Landkreis (crs). Angesichts der Häufung schwerer Unfälle auf der A 2 scheint Landesverkehrsminister Walter Hirche (FDP) einzulenken: Nachdem sich der Minister bislang zögerlich zu dem aus Schaumburg mehrfach geforderten Überholverbot für Lkw geäußert hatte, kommen jetzt erste positive Signale aus Hannover. "Wir prüfen zurzeit, wo ein punktuelles Überholverbot für Lkw sinnvoll und erforderlich ist", sagt Ministeriumssprecher Andreas Beuge auf Nachfrage unserer Zeitung. In den nächsten Monaten sollen hierzu konkrete Vorschläge vorgelegt werden.

Leere Autobahn in Fahrtrichtung Dortmund? Freie Fahrt? Was unser

Verkehrsminister Hirche wendet sich nach wie vor gegen ein generellesÜberholverbot für Lkw. Dies würde nach Überzeugung des Ministeriums in Extremfällen sogar eine Verschärfung der Verkehrsprobleme auf der A 2 zur Folge haben. "Gerade an den Anschlussstellen würde es kaum mehr Möglichkeiten zum Einfädeln geben", befürchtet Beuge einen durchgehenden Lkw-Konvoi auf der rechten Fahrspur. EinÜberholverbot für Lkw sei nicht möglich "über große Distanzen von 100 Kilometern oder mehr, aber es geht in festgelegten Abschnitten oder zu bestimmten Tageszeiten", umreißt Hirche die Linie des Landes. Ob einer dieser Abschnitte auf den rund 34 Schaumburger A 2-Kilometern liegen könnte, dazu will sich das Ministerium noch nicht äußern. Um die Regelungen flexibel zu handhaben, bevorzugt das Land einen Ausbau der elektronischen Verkehrsbeeinflussungsmaßnahmen: Zur Finanzierung sei hier indes der Bund gefragt, sagt Beuge. In jedem Fall werde vom Niedersächsischen Verkehrsministeriumaber "ein Lkw-Überholverbot in flexibler Form konkret geprüft und in Kürze in konkrete Maßnahmen münden". Die entsprechende Forderung aus dem Landkreis Schaumburg ist bereits mehrere Monate alt: Schon im Januar hatte Auetals Bürgermeister Thomas Priemer in einem Brief an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ein Überholverbot für Lkw gefordert. Zwar sei sein Antrag an das zuständige Verkehrsministerium weitergeleitet worden - von dort hat Priemer jedoch nie etwas gehört. "Ich wäre sehr, sehr glücklich, wenn Herr Hirche sich zu diesem Schritt durchringen könnte", bekräftigt Priemer seine Forderung nach dem Lkw-Überholverbot zwischen Bad Nenndorf und Bad Eilsen. Der Auetaler Bürgermeister begründet seinen Vorstoß vor allem mit der extremen Belastung der Feuerwehrendurch die sich häufenden Unfälle. Dass ein Lkw-Überholverbot "durchaus lange Schlangen" auf der rechten Fahrspur zur Folge haben könnte, ist Priemer dabei bewusst. Das nimmt Auetals Verwaltungs-chef jedoch in Kauf: "Denn ich bin ganz einfach davon überzeugt, dass ein Überholverbot gerade an Steigungen und Gefällestrecken eine Entschärfungder Gefahrensituation zur Folge hätte." Auch Priemer setzt sich für ein elektronisches Anzeigesystem ein: "Wir wollen auch keine starren Blechschilder, sondern ein intelligentes System", sagt er und hofft dabei auf Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. "Eine solche Lösung drängt sich förmlich auf." Außer auf ein Überholverbot für Lkw setzt Hirche auch auf stärkere Kontrollen des Tempolimits. Zudem soll die Autobahn durch eine Umschichtung des Verkehrs auf die Schiene entlastet werden.



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