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Künftig auf allen Abschnitten im Schaumburger Land verkehrslenkende Regelungen / Kein Überholverbot für Lkw

A 2: Gestaffeltes Tempolimit zwischen Hannover und NRW

Landkreis (fpf). Die Forderungen aus Schaumburg sind zum Teil erhört worden: Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche will ein gestaffeltes Tempolimit auf der A 2 von Hannover bis zur Landesgrenze einführen. Die Schilder sollen schon in den nächsten Wochen aufgestellt werden.

Gestaffelt: Auf den verschiedenen Streckenabschnitten gelten unt

In Fahrtrichtung Dortmund soll ab Garbsen Tempo 130 gelten, ab Bad Nenndorf Tempo 120 und ab Rehren bis zur Ausfahrt Eilsen-Ost Tempo 100. EinÜberholverbot für Lkw, wie ebenfalls aus dem Landkreis Schaumburg gefordert, ist dagegen nicht geplant. Die neuen Regelungen verkündete Hirche gestern zusammen mit Hannovers Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa auf einer Pressekonferenz in Hannover. Ende November 2006 hatte unsere Zeitung auf einer Sonderseiteüber den drastischen Anstieg der Verletzten- und Todeszahlen im Schaumburger Autobahnabschnitt berichtet und erstmals die Forderung der Autobahnpolizei Garbsen nach einer Temporeduzierung veröffentlicht. Auetals Bürgermeister Thomas Priemer schlug in dieselbe Kerbe, auch er forderte für die A 2 zwischen Bad Nenndorf und Bad Eilsen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 100 und einÜberholverbot für Lkw. "Die Strecke im Schaumburger Land hat sich zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt", begründete er einen entsprechenden Antrag an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. "Hier fahren sich regelmäßig Leute tot", so Priemer. Die Topographie der Strecke - hügelig und mit etlichen Kurven - sei für schnelles Fahren nicht geeignet. Er könne es nicht verantworten, dass die Freiwilligen Feuerwehren, häufig Jugendliche, so oft zu schweren Unfällen ausrücken müssen. Tempo 100 könne dazu beitragen, schweren Kollisionen auf der A 2 vorzubeugen. Die "markant negative Entwicklung" (Polizeidirektion Hannover) auf dem Streckenabschnitt zwichen Garbsen bis zur Landesgrenze NRW belegen die Unfallzahlen: Danach erhöhte sich die Anzahl der Unfälle mit 4,8 Prozent (von 225 auf 236 Gesamtunfälle) im Jahr 2006 gegenüber 2005 zwar nur leicht; die Anzahl der Unfälle mit Verletzten stieg mit 37,5 Prozent (von 48 auf 66 Verletzte) jedoch signifikant an. Besonders augenfällig ist die Zunahme der Zahl der Schwerverletzten von fünf auf 15 und der getöteten Personen von einer auf neun. Hirche sprach sich gegen ein generelles Tempolimit undÜberholverbote für Lkw auf der A 2 von Hannover bis zur Landesgrenze aus: "Eine flexible und zielgerichtete Verkehrslenkung schafft mehr Akzeptanz und damit mehr Sicherheit als starre Regelungen." Hirche und Klosa seien sich aber einig, dass es in Richtung Dortmund - unter anderem aufgrund der "aggressiven Fahrweise einiger Verkehrsteilnehmer" - mehr "Regelungsbedarf" gibt. "Künftig werden alle Abschnitte der A 2 im Landkreis Schaumburg von verkehrslenkenden Maßnahmen erfasst", so der Minister. Dies galt bisher nur für die Fahrtrichtung Berlin. Ab April werde die "Verkehrssteuerung" in Form von Tempolimits auf den kompletten Abschnitt in Richtung Dortmund ausgeweitet. Dort gelten in Zukunft abgestufte Tempo-Regelungen (siehe "Fakten"). "Mit Hilfe der schrittweisen Temporeduzierung schaffen wir in dem unfallträchtigen Autobahnabschnitt ein Mehr an Sicherheit und gewährleisten trotzdem den Verkehrsfluss", sagte Hirche. "Damit entsprechen wir sowohl den Verkehrsanforderungen als auch den Wünschen der anliegenden Gemeinden." Eine pauschale Geschwindigkeitsbegrenzung werde dagegen den unterschiedlichen Gefahrenlagen und dem Ausbaustand der einzelnen Autobahnabschnitte nicht gerecht. Ebenfalls für nicht zielführend hält Hirche ein generelles Überholverbot für Lkw. Die Straßenverkehrsordnung sehe ein solches Verbot auch nicht vor. "In Niedersachsen verfolgen wir einen differenzierten Ansatz", betonte der Verkehrsminister. "In größeren Abschnitten sollten Überholverbote nur dort gelten, wo die Verkehrssicherheit wirklich gefährdet ist." In den Augen von Hans-Dieter Klosa sind die vorgestellten Lösungen "noch nicht ideal". Dem Polizeipräsidenten gehen die Regelungen nicht weit genug. Immerhin habe man aber eine erste Lösung zur Verkehrsbeschränkung gefunden. "Diese werden wir in Zukunft intensiv überwachen." Mittelfristig wäre die ergänzende Einrichtung einer so genannten "Automatischen Verkehrsbeeinflussungsanlage" wünschenswert. Mit den Leuchttafeln könnten Autofahrer kurzfristig vor Gefahren- und Unfallstellen gewarnt werden. Insgesamt wolle er aber nicht mehr Regelungen beantragen, als wirklich erforderlich und tatsächlich begründet sind. "Allerdings halten wir angesichts des heterogenen Verkehrs - viel Lasttransport sowie häufiger Fahrstreifenwechsel - und der topographischen Besonderheiten der A 2, neben der Verkehrsbeeinflussungsanlage ein streckenweises Lkw-Überholverbot für sinnvoll."

Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche (r.) mit Hannove
  • Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche (r.) mit Hannovers Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa. Foto: fpf


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