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Lokale Agenda sprichtüber Verkehrsgefährdungen / Unfallzahlen sinken / Zu wenige Fußgängerüberwege / Hohe Warte sperren?

Überraschung der Polizei: Bad Nenndorf ohne Unfallschwerpunkt

Bad Nenndorf (tes). "In Bad Nenndorf gibt es keinen Unfallschwerpunkt mehr, und die Verkehrsunfallzahlen sind zurückgegangen": Mit dieser Nachricht hat der Leiter des Nenndorfer Polizeikommissariats, Michael-Andreas Meier, die Arbeitsgruppe "Menschen und Soziales" der Lokalen Agenda überrascht.

Allerdings blieb Anneliese Schröder besorgt: Für ältere Bürger und Kinder fehlten an mehreren Stellen sichere Fußgängerüberwege. So sei es im Horster Feld mehrfach zu Unfällen gekommen, kritisierte Schröder Raser. Schulkinder, die von Auf dem Lay das Horster Feld überqueren müssen, hatten sich als Teil der Weltkindertags-Aktion des Präventionsbeirates mit ihrem Wunsch nach einem Zebrastreifen an den Bürgermeister gewandt. Jetzt sei Bewegung in die Sache gekommen, stellte Rosemarie Börner eine Lösung in Aussicht. Ein weiterer Kinder- aber auch Patientenwunsch bezog sich auf einen Fußgängerübergang vor der Niedersachsenklinik an der Hohen Warte. Gehbehinderte hätten dort größte Probleme, über die Straße zu kommen. Die Situation an der Ortseinfahrt wurde von der Arbeitsgruppe als "gefährlich" eingestuft. "Die Straße ist in der Tat schwer zu überqueren", bestätigte auch Meier. Gespräche mit dem Geschäftsführer der Klinik und der Stadt hätten bislang nichts ergeben. Als mögliche Lösung schlug der Polizeichef vor, die Hohe Warte für den Verkehr dicht zu machen. In der Schillerstraße seien bei einer Polizeikontrolle zum Schulbeginn empfindliche Bußgelder verhängt worden, so Meier, "danach ist es zu einer spürbaren Verbesserung gekommen". Auf das ebenfalls von Schröder thematisierte Problem "Fahrradfahren auf den Fußwegen" reagiere die Polizei mit regelmäßigen Kontrollen. Der Kommissariatsleiter nahm alle Hinweise auf und riet dazu, Brennpunkte an die Polizei zu melden: "Wir brauchen Hinweise aus der Bevölkerung." Die Stadt will eine mobile Geschwindigkeitsanzeigeeinsetzen. Für Senioren sei die Verkehrssituation an manchen Stellen schwierig, sagte Meier und brachte eine neue Idee ein: Einen Stadtplan für Senioren mit Angaben "wie komme ich am besten von A nach B". Richard Jung vom Seniorenbeirat berichtete, dass noch Werbeflächen für den am 3. September startenden Bürgerbus zu haben sind. Zudem warb Jung dafür, Senioren- und Behindertenbeirat an Entscheidungen in Rat und Gremien zu beteiligen. Börner habe im Namen der Agenda einen Brief an Rat und Verwaltung aufgesetzt mit einem erneuten Vorstoß für eine Neubürgerbegrüßung. Der erste Anlauf war vor zwei Jahren im Rat gescheitert. Wird der erneute Vorschlag der Agenda-Gruppe aufgenommen, soll zwei- bis drei Mal im Jahr ein Begrüßungsnachmittag für Neubürger durchgeführt werden - mit Führung und Präsentation des Nenndorf-Films. Ziel sei zudem, die Zugezogenen auf diesem Weg über deren Rechte und Pflichten aufzuklären. Mehrfach war als Teil der Veranstaltungsreihe zu "Bad Nenndorf ist Bunt" der Bedarf nach einer Publikation zu Bad Nenndorf im Dritten Reich geäußert worden. Die Arbeitsgruppe begrüßte die Anregung von WDR-Autor Heiner Wember, einen Beitrag zum Verhörzentrum aufzunehmen. An den Räumlichkeiten des "Ümmesüß"-Ladens solle sich in diesem Jahr nichts ändern, berichtete Börner. Der Standort sei vorerst gesichert.

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