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Wiedersehen des Abi-Jahrgangs 1987 / Ein Adolfiner als Professor in Amerika

Über den halben Erdball verstreut - In Bückeburg jetzt wieder vereint

Bückeburg (jp). Es war das Jahr, in dem Michail Gorbatschow auf dem Plenum der KPdSU offiziell die Perestroika verkündete, Matthias Rust mit einer Cessna auf dem roten Platz landete, Andy Warhol starb, Willy Brandt vom Vorsitz der SPD zurücktrat, Madonna "La isla bonita" trällerte und Uwe Barschel tot in einem Genfer Hotelzimmer aufgefunden wurde: 64 Schüler erhielten im Sommer 1987 am Gymnasium Adolfinum Bückeburg von Jahrgangsleiter Wolfgang Zangl ihre Abiturzeugnisse ausgehändigt. Mehr als die Hälfte von ihnen trafen sich jetzt zum 20. Jubiläum ihrer Reifeprüfung in Bückeburg wieder.

Was für ein Wiedersehen: die ehemaligen Adolfiner haben sich vie

Während des von Jahrgangsmitglied Kerstin Womelsdorf organisierten Treffens in der Gaststätte "Zur Falle" konnten die Abi-Jubilare genau das tun, was ihnen einst von Abi-Redner Rickmann von Platen vorhergesagt worden war: "Sich mit 40 vorrechnen, was man alles geschafft hat oder was für ein armesWürstchen man ist", so von Platen damals wörtlich in seiner Abi-Rede. Verstreut hat es die Jahrgangsmitglieder in den letzten beiden Jahrzehnten über den halben Erdball. Der damalige Jahrgangsbeste Martin Zerner, der sein Abi mit der Traumnote 1,0 schaffte, brachte es gar als Postdoctoral Fellownach Haifa und als Assistant Professor bis an die amerikanische Elite-Universität Stanford. Inzwischen lehrt er Mathematik an der Universität Tübingen. So manche Erinnerung wurde da hervorgekramt, unter anderem an eine wilde Abi-Party auf einem Bauernhofgelände an der Friedrich-Bach-Straße. Aus ihm entstand später die Seniorenresidenz Rosengarten. Oder an das gestohlene Notizbuch eines Englischlehrers, in dem sich sämtliche Noten aller seiner Schüler befanden. Oder an den damaligen Schulleiter Albrecht Lenz, der die Abiturienten in der Nacht ihres eigenen Abi-Balls mit einem unverschlossenen Schulgebäude allein ließ. Und an den damaligen Bürgermeister Helmut Preul, der ebenfalls der Abiturzeugnisausgabe am 20. Juni 1987 beiwohnte. Er starb Anfang 2001. Besonders freute es die Schulabgänger von einst, ihren Jahrgangsleiter Wolfgang Zangl in der Runde begrüßen zu können. Er hatte sich damals durch seine Genauigkeit und verwaltungstechnische Akribie den Ruf als "bester Jahrgangsleiter aller Zeiten" erworben und war dafür bei der Zeugnisausgabe sowohl von Abiturienten wie Eltern mit größten Komplimenten bedacht worden. Als besondere Aufgabe sollte Zangl damals bei einem Schattenspiel am Profil erkennen, um welchen Schüler es sich handelte: Zangl erkannte bis auf zwei Ausnahmen alle 64 wie aus der Pistole geschossen.

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