weather-image
Landfrauen besuchen das Stuhlmuseum in Eimbeckhausen

„Über den Deister gehen“

Die Springer Landfrauen im Stuhlmuseum in Eimbeckhausen. FOTO: Angelin Kleuker/Pr

HILLIGSFELD. Die Wandergruppe des Springer Landfrauenvereins besuchte das Deutsche Stuhlmuseum in Eimbeckhausen. Herbert Kowalzik erwartete sie zu einer Führung durch das ehrenamtlich geführte Regionalmuseum. 130 Mitglieder zwischen 63 und 82 Jahren bemühen sich um die Instandhaltung der ehemaligen Stuhlfabrik Wente & Söhne. In modern ausgestatteten Werkstätten werden Stühle restauriert, vorhandene und auch private Möbel. Der Stuhlbau im Deister-Sünteltal entwickelte sich um 1830 nach dem Niedergang der Weberei und des Bergbaus als bedeutender Wirtschaftsfaktor mit 10 000 Beschäftigten. Anfangs war es eine Nebenerwerbsquelle für Familien, die für sechs Stühle drei Wochen brauchten. Mit einer Kiepe wurden die über den Deister nach Hannover getragen und dort auf dem Klagesmarkt verkauft. Daher kommt die Redewendung: „Über den Deister gehen“. Für ein Dutzend Stühle bekam man 30 Taler (45 € ).

1870 wurde die 1. Genossenschaft gegründet zum Einkauf von Material und Verkauf der Produkte. Mit Dampfmaschinen ab 1880 und der Bahnstrecke ab 1905 begann ein großer Aufschwung. Bähre in Springe und Casala hatten je 800 Mitarbeiter. In 16 Betrieben wurden täglich 22 000 Stühle gefertigt. Als 1963 Billigstühle aus Jugoslawien importiert wurden, begann der Niedergang der Stuhlindustrie am Deister.

In der Dauerausstellung dreht sich alles um das Thema Holzstuhl. Die Geschichte des Sitzens: „Von der Urzeit bis zur Postmoderne“ zeigt, wie der Stuhl die Menschen durch die Epochen hinweg begleitet hat. Die Sammlung des Museums umfasst über 1500 Möbelstücke, von denen viele in den museumseigenen Werkstätten aufgearbeitet wurden. Tischlermeister, Stuhlbauer, Polsterer, Flechter, Polierer und Maurer engagieren sich im Verein, der sich im Jahr 2003 gegründet und das Gebäude ersteigert hat. Alle vorgefertigten Hölzer, Maschinen usw. hat man in dem dreistöckigen, pro Etage 800 qm großen Industriegebäude zusammengetragen. Auf Entdeckungstour stöberten die Landfrauen in der 3. Etage noch durch alte Schätze, die auch käuflich zu erwerben sind. Sie waren begeistert von der kompetenten Führung .Das Museum als sozialer Treffpunkt und lebendiger Ort der Vielfalt bietet neben aktuellen Ausstellungen auch ein Museumscafé im Erdgeschoss. Dort wurden die Landfrauen mit köstlichem selbst gebackenem Kurchen verwöhnt.

Ein interessanter Nachmittag mit vielen Eindrücken in netter Gemeinschaft. Wer Lust hat, an Veranstaltungen der Landfrauen teilzunehmen, findet nähere Informationen auf ihrer Homepage www.kreislandfrauen- Springe.de und in der örtlichen Presse.red



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt