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Schaden am Haus Kassel beseitigt / Nach Erdarbeiten bleibt die Frage: Muss die Stadt alles bezahlen?

Ölverseuchter Boden: Alles wieder sauber

Bad Nenndorf (rwe). Die Arbeiten hinter dem Haus Kassel sind erledigt. Der mitÖl verseuchte Boden ist abgetragen. Auf den Kosten dafür bleibt vermutlich die Kurstadt als neue Eigentümerin sitzen. Das Land als Vorbesitzerin sieht sich nicht in der Verantwortung dafür, will Bad Nenndorf dafür an anderer Stelle entgegen kommen.

Die Erdarbeiten im Hof hinter dem Haus Kassel sind abgeschlossen

Es ist so, als wäre nie etwas gewesen. Im Hof hinter dem Haus Kassel haben Mitarbeiter der Kur- und Tourismusgesellschaft ihre Wagen geparkt, frischer Split bedeckt den Boden. Was die Arbeiten angeht, so ist der Ölschaden auf der ehemaligen landeseigenen Liegenschaft behoben. Gut 100 Tonnen Erde mussten ausgebaggert und entsorgt werden, nachdem festgestellt worden war, dass vermutlich beim Abbau der Heizungsanlage vor mehr als 30 Jahren große Mengen Öl ausgelaufen waren. Wer die Umweltverschmutzung zu vertreten hat, ist nicht geklärt. Unterlagen darüber gibt es nicht (wir berichteten mehrfach). Das Land als ehemalige Eigentümerin sieht sich nicht in der Pflicht und auch nicht in der Verantwortung, wie Cora Hermenau betont. Die Finanz-Staatssekretärin und Aufsichtsratsvorsitzende des Staatsbades verweist auf die Verträge zur Teilkommunalisierung, in deren Zug das Haus Kassel an die Stadt übergegangen war und die das Land von möglichen Altlasten freistellt. Aus diesem Grund sieht sie keine rechtliche Möglichkeit, sich an den Kosten zu beteiligen. "Da müssen wir sauber handeln", sagt Hermenau. Von dem Ölschaden war nichts bekannt. Allerdings kann sie nachvollziehen, dass es sich für die Stadt um ein Ärgernis handelt. Aus diesem Grund signalisiert sie auch, dass im Zuge anderer Forderungen sich das Land mit Blick auf eine Gesamtlösung sehr kompromissbereit zeigen werde. Hermenau: "Wir finden einen Weg, da bin ich mir sicher." Im Rathaus wundert sich Stadtdirektor Bernd Reese aber immer noch darüber, dass beim Abbau der Heizung niemand den Austritt des Öls bemerkt haben will, das dann in den Boden sickerte. "Das ist doch eigentlich gar nicht möglich", klagt Reese. Wie teuer der Einsatz der Bagger die Stadt nun zu stehen kommt, dazu will er sich erst äußern, wenn er den Verwaltungsausschuss über den Abschluss der Arbeiten informiert hat. Der sollte in der Sitzung gestern Abend geschehen. Auf mehr als 30 000 Euro waren die Arbeiten taxiert worden. Ob dies am Ende allein zu Lasten Bad Nenndorfs geht und sich dieörtlichen Politiker mit der Position des Landes zu seiner Verantwortung für den verdeckten Mangel zufrieden geben, ist noch nicht klar. Die Verwaltung hat laut Reese den Auftrag, in Sachen Ölschaden "anwaltliche Hilfe" einzuholen. Das Ergebnis der juristischen Prüfung liegt allerdings noch nicht vor. Reese will sich dazu später öffentlich äußern.

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