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Ständige Bodenproben sollen verseuchte Erdreste ausschließen / Kosten: Mehr als 30 000 Euro

Ölskandal: 100 Tonnen Erde ausgebaggert

Die Vogelperspektive macht das Ausmaß der Arbeiten hinter dem "Haus Kassel" deutlich. Foto: fox Bad Nenndorf (fox). Es geht voran im Hinterhof des "Hauses Kassel". Nachdem dort im September bei Bauarbeiten eine erheblicheÖlverschmutzung des Erdreiches festgestellt worden ist (wir berichteten), hat eine Baufirma dort mittlerweile das verseuchte Erdreich ausgekoffert.

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Die Staatsanwaltschaft kann keinen Schuldigen finden, denn der Tatbestand der Umweltverschmutzung ist längst verjährt. Teile des Erdreiches sind dort mit Dieselöl verunreinigt. Dieses stammt nach Informationen der Polizei möglicherweise von einer Ölheizung, die dort um 1974 unsauber abgerissen wurde. Besonders prekär an der Situation: Das Areal ist nicht weit von der Heilquelle entfernt. Die Stadt muss die Sache also selber in die Hand nehmen. Seit Anfang März sind Arbeiter einer Mindener Baufirma damit beschäftigt, den Boden hinter dem "Haus Kassel" auszukoffern, um rund 100 Tonnen verseuchten Erdreichs zu beseitigen. Jetzt klafft ein rund 1,7 Meter tiefes und mindestens zehn mal zehn Meter großes Loch zwischen Tourist-Information und Kurtheater.Um das denkmalgeschützte Haus nicht zu gefährden, mussten die Arbeiter das Fundament mit einem Betonsockel stützen. Andernfalls hätte das Haus absacken können. Wie der stellvertretende Stadtdirektor Heinrich Bremer auf Anfrage erläuterte, seien diese Arbeiten seit Freitagmittag abgeschlossen. Nun müsse sehr gewissenhaft geprüft werden, ob sich noch ölhaltiges Erdreich im Hinterhof befindet. "Wir müssen jegliches Risiko für die Zukunft ausschließen", sagte Bremer mit Blick auf das Heilquellenschutzgebiet. Das Bückeburger Büro Zinser ziehe regelmäßig Bodenproben. Diese würden analysiert und das Erdreich gegebenenfalls weiter ausgebaggert, bis alles sauber ist. "Die Grube wird erst wieder verfüllt, wenn keine Gefährung mehr besteht", sagte Bremer. Wie es derzeit aussieht, können diese Arbeiten in den nächsten Tagen beginnen. Im gleichen Atemzug soll auch die Leitung für den geplanten Trinkbrunnen gelegt werden. Wer letztendlich die Kosten für die Arbeiten und Entsorgung trägt, ist unklar. Bremer beziffert die Höhe auf mindestens 30 000 Euro. Die Stadt sieht das Land Niedersachsen als ehemalige Eigentümerin der Gebäude in der Pflicht. "Wir haben es hier mit einer schwierigen Rechtssituation zu tun", sagte Bremer. Nach dem Teilkommunalisierungsvertrag seien die Gebäude "wie gesehen" übernommen. Versteckte Mängel inbegriffen. Dies sei jedoch gängige Praxis. Bremer ist jedoch zuversichtlich,dass sich die Stadt mit dem Land einigt.



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