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Rolf und Margaretha Schulze feiern ihre Gnadenhochzeit

70 Jahre glücklich verheiratet

HAMELN. 70 Jahre Ehe – das ist schon eine enorme Leistung. Am 15. Juli 1950 heirateten Rolf und Margaretha Schulze in der Hamelner Augustinuskirche und konnten nun in dieser Woche ihre Gnadenhochzeit feiern.

Autor:

Karin Kellerer

Am 15. März 1928 wurde Rolf Schulze in Leipzig geboren. Der Luftwaffenhelfer landete nach diversen Marschbefehlen, etlichen Aufenthalten in Gefangenenlagern durch glückliche Umstände in Eutin, wo er mit fünf Kameraden bei guter Verpflegung in einem Zelt untergebracht war. Da er zu dem Zeitpunkt noch keine 18 Jahre alt war, wurde er von der Front abgezogen und kam über Lüneburg in Hannover an. Weiter ging es zu Fuß zu seinem Ziel: Hameln. Mit dem Kaufmannsgehilfenbrief in der Tasche arbeitete er bis 1991 bei der Fa. Wesertal und war dort für den Einkauf und den Fuhrpark zuständig.

Margaretha Böbel wurde am 2. August 1924 in Oberschlesien geboren, und sie verschlug es 1946 nach Grupenhagen. Hier arbeitete sie viele Jahre bei dem Nahrungsmittelunternehmen Vogeley bevor sie im Jahre 1947 im Landgasthaus Specht in Aerzen/Egge ihre große Liebe kennenlernte.

Ernteball war damals angesagt und Margaretha und Rolf konnten nicht genug davon bekommen, Walzer links herum ebenso rasant zu tanzen wie rechts herum. „Wir schwebten im siebten Himmel und waren mehr als glücklich“, erinnert sich Rolf Schulze. „Noch glücklicher waren wir als wir unsere Verlobung im Jahr 1948 feierten und bereits drei Jahre später im Besitz einer 30 qm großen Wohnung waren“, schwärmt Rolf Schulze. „Unsere kleine Wohnung besaß eine provisorische Küche mit einem Herd mit verchromter Einfassung, und ein kleiner Vorhang trennte den Wohnraum vom Schlafbereich“, erzählt er freudestrahlend.

1950 heirateten sie in Hameln zu den Klängen der Schubertmesse – auf ausdrücklichen Wunsch der Braut, wie Rolf Schulze betont. „Ich verdiente 15,90 Mark alle 14 Tage und habe eisern gespart, damit ich mir die Eheringe für 150 Mark leisten konnte“, so Rolf Schulze.

1954 wurde Tochter Monika und 1960 Sohn Mathias geboren. Auch zählen die beiden Enkeltöchter Stefanie und Christina ebenso wie die einjährige Urenkelin Clara zur Familie. Der größte Wunsch von Rolf Schulze ist es, noch einmal seine Heimat Leipzig besuchen zu können. „Aber jetzt feiern wir erst mal bei Roulade und Rotkohl und dem ein oder anderen Glas Sekt“, sagte er am Ehrentag.




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