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Rintelner Apfeltage gut besucht / Cox Orange, Boskop und Kaiser Wilhelm: Pomologe bestimmt Sorten

692 Gramm: Dickster Apfel kommt aus Engern

Rinteln (crs). Rintelns dickster Apfel kommt aus Engern: Exakt 692 Gramm bringt das dunkelrote Prachtexemplar auf die Waage, das Elisabeth Kuhlmann aus dem Garten ihrer Tochter auf den Rintelner Marktplatz mitgebracht hat. Damit hat Familie Kuhlmann die Premiere des Wettstreits um den dicksten Apfel klar für sich entschieden. Und auch die Ernte der kommenden Jahre dürfte gesichert sein: Als Preis nämlich durfte Elisabeth Kuhlmann ein junges Apfelbäumchen mit nach Hause nehmen, ebenso wie Karl-Heinz Mohr aus Volksen, dessen "Manga Super" mit 565 Gramm auf Platz zwei landete, und Volker Schwarz aus Rinteln mit seinem 555 Gramm schweren Roten Boskop.

Der Wettbewerb um den dicksten Apfel der Stadt war gestern am späten Nachmittag der vergnügliche Abschluss eines Wochenendes rund um den Apfel. Wie schon bei der Premiere im vergangenen Jahr haben die "Rintelner Apfeltage" in Verbindung mit dem Bauernmarkt tausende Besucher in die Innenstadt gelockt. "Das Interesse ist groß, der Trend geht zurück zur Natur", stellte Manfred Lan-gemeier als Vorsitzender des Gartenbauvereins Rinteln erfreut fest. Und diese Natur treibt mitunter interessante Blüten, wie die Hobby-Gartenbauer an ihrem Stand vorstellten: Den "Blauen Schweden" gab es hier ebenso zu bewundern wie die "Schwarze Ungarin" - allesamt Kartoffelnaus dem Garten von Dieter Kellermeier aus Stadthagen. Elf alte Kartoffelsorten kultiviert der Präsident des niedersächsischen Landesverbandes der Gartenbauvereine auf seinem Land: "Da sind schon einige witzige Knollen dabei..." Aber eigentlich ging es an diesem Wochenende ja umÄpfel. Und die gab es hier in Hülle und Fülle: Apfelkuchen, Apfelringe, Apfelbonbons, Apfelmarmelade, sogar Apfeleis. Und ganz viel Apfelsaft: Am Marktplatzbrunnen verarbeiteten Wesergold-Azubis unter der Anleitung von Kellermeister Manfred Werner die frische Ernte - "600 KiloÄpfel werden das wohl gewesen sein" - zu köstlichem Saft, den Juliane Hünecke und Lisa Reese zur großen Freude der Umstehenden kostenlos verteilten. Einer aber hatte gestern Nachmittag besonders viel zu tun: Kaum zur Ruhe kam der Pomologe Hans-Joachim Bannier, der an seinem Stand Apfelsorten aus den Gärten der Rintelner bestimmte. Rund 500 Sorten kennt der Obstbauer, der sich sein profundes Wissen in mittlerweile zwei Jahrzehnten autodidaktisch erarbeitet hat: "In Deutschland sind wir nicht mal zehn, die so viele Sorten kennen." Entsprechend konnte Bannier auch Gisela und Manfred Habermann ausLuhden schnell helfen, die verschiedene Äpfel aus den Gärten ihrer Nachbarn zur Bestimmung mitgebracht hatten: "Das ist ein Kaiser Wilhelm, das ein Cox Orange und das ein Ontario, den kann man bis Mai lagern." Bei einem Apfel aber musste auch Bannier gestern Abend passen: Zu welcher Sorte der 692 Gramm schwere Sieger-Apfel gehört, da wollte sich der Pomologe nicht festlegen. Zu überreif war das Fruchtfleisch, zu undefinierbar der Blütenansatz, zu begehrt der gesamte Apfel: Da hatte sich nämlich eine Made reingefressen...




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