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Boom in der Metallindustrie: Urlaubssperre und Sonderschichten

6,5 Prozent mehr Lohn gefordert

Landkreis (dil). Nicht einmal die Arbeitgeber reden den Boom in der Metall- und Elektroindustrie klein. Der vor allem exportgetragene Boom führt auch in Schaumburg mit seinen rund 4500 Beschäftigten dieser Branchen zu Überstunden, Sonderschichten und Problemen, Resturlaub vor dem 31. März zu nehmen. Die Beschäftigten wollen mehr Anteil an dem Boom - und zwar nachhaltig mit einer kräftigen Tariferhöhung. Und dafür signalisiertensie im Gasthaus Bruns auch Kampfbereitschaft.

"Die Friedenspflicht dauert bis zum 28. April. Wenn bis dahin kein akzeptables Angebot vorliegt, wird es Aktionen geben", kündigten die Mitglieder der Verhandlungskommission im Tarifbezirk Niedersachsen, Martina Manthey und Thorsten Gröger, vor 60 Betriebsräten und Vertrauensleuten der IG Metall an. Viele hatten bestätigt, dass ihre Firmen bis unters Dach voll mit Aufträgen seien. Da täte ein Streik weh. Aber erstes Mittel wäre ein Warnstreik, und dieser würde auch für Verluste bei den Arbeitnehmern sorgen, denn die ausgefallenen Arbeitsstunden bezahlen weder Gewerkschaft noch Arbeitgeber. "Die Arbeitgeber bieten nur eine Tariferhöhung ähnlich wie 2006 und eine Einmalzahlung als Konjunkturbonus an", sagte Gröger. "Doch die Lebenshaltungskosten steigen dauerhaft, die Binnenkonjunktur lahmt. Deshalb wollen wir mit der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn die Binnennachfrage und damit den Arbeitsmarkt ankurbeln." "Für die nächste Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber ein Angebot angekündigt", sagte Manthey. Sollte dieses nicht akzeptabel sein, seien weitere Verhandlungen zu erwarten. Liege auch am 28. April kein solches Angebot vor, würden Warnstreiks vorbereitet. Da einige Betriebe am Montag, 30. April, aber nicht arbeiten (Brückentag vor dem 1. Mai), könne am Montag vereinzelt und ab dem 2. Mai verstärkt Flagge gezeigt werden in den Schaumburger Betrieben mit ihren Belegschaften von 70 bis mehr als 1500 Mitarbeitern.



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