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"Historischer Ortsspaziergang": St.-Agnes-Kirche ist auch heute noch das Wahrzeichen Steinbergens

55 Meter - der höchste Kirchturm Schaumburgs

Steinbergen (clb). Das Bergdorf Steinbergen, das in diesem Jahr 1112 Jahre alt wird, liegt zum großen Teil auf einem kiesigen Schwemmfächer der Eiszeit. Dieser entstand, als der Eisrand am nördlichen Rand des Wesergebirges verharrte und die Schmelzwässer nach Süden durch den Steinberger Pass in das Wesertal abflossen. Der Steinberger Pass diente einst als wichtigster Gebirgsdurchlass zwischen Hameln und Minden, bereits im Mittelalter kreuzten sich hier die fernen Handelswege. Auch die heutige Bundesstraße 83 wurde schon im Jahr 1802 für den überregionalen Post- und Frachtverkehr ausgebaut. Heute profitiert das Dorf von seinen landschaftlichen Reizen, dem historischen Schloss Arensburg und der Erlebniswelt Steinzeichen mit ihrem malerischen Jahrtausendblick.

St.-Agnes-Kirche: Die erste der 15 Stationen führt zum neugotischen Bau der Steinberger Kirche, der 1889 errichtet wurde und den romanischen Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert ersetzen sollte, der neben dem heutigen Kirchenbau stand. Von ihm ist nur noch ein Mauerrest vorzufinden. Die Kirche diente seinerzeit nicht nur als Gotteshaus, sondern war mit ihrem 55,10 Meter hohen Turm eher eine Demonstration schaumburg-lippischen Selbstbewusstseins. "Uffoburg": Auf einem Geländesporn am östlichen Rand des Steinberger Brinks befand sich vermutlich eine mittelalterliche Burganlage, die als "Steenborg" dem Dorf seinen heutigen Namen gab. Ob sie dem Grafen "Uffo" zugeschrieben werden kann, bleibt jedoch Spekulation. Prinzenhof: Weiter geht es zur Marktstraße 1, wo sich der Bau des früheren Bauernhofes und der späteren Pension mit Gastwirtschaft befindet. Seinen Namen hat der alte Halbmeierhof von seinem früheren Eigentümer, dem schaumburg-lippischen Prinzen Hermann (1848 bis 1918). Backhaus: Das 2002 auf dem Steinmeierschen Hof abgebaute Häuschen wurde vom Verkehrs- und Verschönerungsverein im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms restauriert und neu errichtet. Schule: Gegenüber des Backhauses befindet sich die Schule, ein Überbleibsel aus der wirtschaftlichen Blütezeit der "Goldenen Zwanziger Jahre". Typisch sind das Ziermauerwerk des Giebels, die schlichten Fensterleibungen und Zierelemente aus Sandstein sowie das Portal. Kino Metropol: Das als Programmkino geführte Filmtheater wurde 1954 gebaut und bietet seitdem eine abwechslungsreiche Mischung anspruchsvoller Filme. Hallenbad: Der Steinberger Gemeinderat ließ das Hallenbad kurz vor seiner Eingemeindung in die Stadt Rinteln im Jahr 1974 bauen - sozusagen als letztes Projekt der politischen Selbstständigkeit. Forsthaus: Das 1796 gebaute Fachwerkhaus an der Arensburger Straße diente bis in die sechziger Jahre als Forsthaus der Fürstlichen Hofkammer. Alte Konditorei Krömer: 1917 erwarb der Konditor Krömer die Villa am Eingang zum Arensburger Park und baute sie zum Café mit Pensionsbetrieb um. Heute dient das Gebäude als Pflegeheim. Arensburg: Die Höhenburg, die sich auf einem Felsdorn mitten im Steinberger Pass befindet, war im Besitz der Schaumburger Grafen. Jedoch diente die Burg nicht als Residenz, sond- ern als Erhebungsstelle für Abgaben. Während der Hexenverfolgungen war die Arensburg Schauplatz mehrerer Prozesse und Hinrichtungen. Zwischen 1816 und 1820 ließ Fürst Georg Wilhelm die verfallenen Burggemäuer zum Lustschloss ausbauen. Nach dem Autobahnbau diente die Arensburg lange als Raststätte, später dann als Verwaltungszentrum. Reichsautobahnbrücke: Eines der Steinberger Wahrzeichen sind die geschwungenen Bögen der Autobahnbrücke, die zur Zeit des NS-Regimes entstanden waren. Damals sollten Autobahnen mehr sein als reine Verkehrswege und vielmehr die Landschaft neu inszenieren und zugleich an die römische Antike anknüpfen. Gebaut wurde die Brücke 1937, eingeweiht 1939 und 1995 verbreitert. Steinbruch: Der 1923 gegründete Steinbruchbetrieb baut einen harten Kalkstein ab, der im Straßen- und Gleisbau verwendet wird. Bis 1945 diente das Werk der Gestapo als Straflager für Zwangsarbeiter. Heute erinnert ein Monument an die mindestens 37 Todesopfer. Seit 2000 wird der renaturierte Teil des Geländes durch den Freizeitpark Steinzeichen genutzt, der auch den "Jahrtausendblick" beinhaltet. Alter Bahnhof: Mit der Eröffnung der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn im Jahr 1901 erfuhr Steinbergen einen gewaltigen Aufschwung. 1967 wurde der Personenverkehr, 2007 auch der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt. Berghotel: Das 1902 feierlich eröffnete Hotel verdankte seine Entstehung dem Eisenbahnanschluss, der zahlreiche Gäste nach Steinbergen brachte. Seit den sechziger Jahren konnte sich das Haus nur noch mühsam behaupten und musste vor einigen Jahren schließen. Zeitweise war in dem Gebäude der "Easy Beat Club" untergebracht, später dann die Tanzschule. Kurviertel: Letzte Station ist das sogenannte "Kurviertel" an der Hirschkuppe, das nach und nach entstanden war, als Steinbergen um 1900 als Luftkurort ausgezeichnet wurde. Schöne, villenartige Bauten befinden sich auch heute noch dort. In der ehemaligen Pension "Waldfrieden" befindet sich inzwischen das Jugendheim "Hirschkuppe".




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