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Das Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrum feiert Jubiläum / Zeitzeugen und Zukunftsperspektive

50 Jahre – und doch ganz jung geblieben

Bad Münder (hzs). Für Vorstandsmitglied Edeltraud Glänzer gibt es keinen Zweifel: „Dieser Ort ist eine Denkfabrik für unsere Gewerkschaft.“ Und das seit inzwischen einem halben Jahrhundert. Das Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrum feierte am Wochenende seinen 50. Geburtstag.

Zeitzeuge Wolfgang Schultze berichtet aus der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit von früher. Die heutige Schulleiterin Sabine Süp

Zusammen mit vielen ehemaligen und noch aktiven Mitarbeitern, Lehrkräften, Schulleitern und Seminarteilnehmern, erinnerte Glänzer an die Grundsteinlegung der Gewerkschaftsschule. Benannt ist sie nach dem Bergmannssohn und späteren Gewerkschaftsvorsitzenden Wilhelm Gefeller (1906-1983). Er gilt als Streiter für die Mitbestimmung von Arbeitnehmern.

Eingeweiht wurde das Bildungszentrum der heutigen Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) am 12. Mai 1959 als eine der modernsten Schulen dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland. „Das war so, das ist so und das bleibt so“, versprach Funktionärin Glänzer in der Feierstunde.

In einer von Schulleiterin Sabine Süpke moderierten Gesprächsrunde berichteten Zeitzeugen aus der Geschichte der Einrichtung. Antje Stege etwa hat als „Saalmädchen“ Teilnehmer betreut, und der spätere Landtagsabgeordnete Dr. Wolfgang Schultze erinnerte sich an Zeiten des Frontalunterrichts. Die pädagogischen Methoden hätten sich seither erheblich verfeinert. „Sowohl die inhaltlichen Themen als auch deren Vermittlung sind einem ständigen Wandel unterworfen“, erläuterte Süpke.

Derzeit durchlaufen jährlich etwa 3000 Seminarteilnehmer die Bildungseinrichtung, die 120 Betten in Einzelzimmern vorhält und deren Gastronomie einen guten Ruf besitzt. „Früher hausten wir in Mehrbettzimmern“, erinnerte sich Schultze schmunzelnd und ließ die Stationen der baulichen Modernisierung des Hauses Revue passieren. Auch der damalige Architekt Siegfried Wiesner und Volker Buchholz, einer der drei Schöpfer der Plastik „Das Gremium im Volke“ im Innenhof der Schule, trugen Informationen aus der Baugeschichte bei.

Aber auch Gewerkschaftsgeschichte wurde am Deisterhang geschrieben. 1993 besiegelten Hermann Rappe, langjähriger Vorsitzender der damaligen IG Chemie-Papier-Keramik, Werner Dick als Vorsitzender der früheren Gewerkschaft Leder und der Vorsitzende der IG Bergbau und Energie, Hans Berger, die Gründung der gemeinsamen IG BCE. 1989/90 diente das Schulzentrum als „Notunterkunft“ für Übersiedler aus der DDR, denen man hier bei der Arbeitssuche half.

In Sachen Erwachsenenbildung sei man im Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrum stets „State of the art“, betonte Markus Römer als zuständiger Abteilungsleiter, nicht ohne Stolz. Stillstand gäbe es nicht. In den nächsten Jahren werde man sich bei der Wissensvermittlung erneut veränderten Rahmenbedingungen anpassen müssen, etwa dem demografischen Wandel und den Auswirkungen der Finanzkrise.



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