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50 Jahre Star Trek: Martin Netter erklärt den Erfolg

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VON JENS RATHMANN

Fernsehsender und Agenturen interessieren sich dann wieder ganz besonders für den 56-Jährigen. Der Mann mit dem markanten Bart beschäftigt sich seit 1972, seit der Ausstrahlung von „Star Trek“ als „Raumschiff Enterprise“ auch im deutschen Fernsehen, mit dem filmischen Werk von Gene Roddenberry. Und das mit Begeisterung und Enthusiasmus, die ihresgleichen suchen: Er besitzt die weltweit größte Sammlung von Original-Requisiten der Serie. Und seine Ausstellungen sind gefragt. Gerade erst ist er aus New York zurück, dort stattete er mit der „Mission New York“ eines der größten Zusammentreffen der „Trekkies“, der Fans der Serie, aus.

Das Publikum dort: international. „Fans aus aller Welt kommen zusammen“, sagt Netter. Und dabei kommt es dann schon vor, dass ein Japaner, der eben noch William Shatner, dem Darsteller von Captain James T. Kirk, die Hand drückte, als nächstes Martin Netter für seinen Einsatz dankt. Netter ist die Aufmerksamkeit dann etwas unangenehm, auf der anderen Seite erfüllt er bei dieser Art von Veranstaltungen wie auch bei Ausstellungen in großen deutschen Einkaufszentren und daheim bei sich in Bakede seine ganz persönliche Mission: Er will „Star Trek zu den Leuten bringen.“

Als das Auktionshaus Christie’s in New York vor einigen Jahren einen großen Posten „Enterprise“-Erinnerungsstücke aus den Archiven der CBS Paramount Studios versteigerte, war Netter mit dabei. Später kaufte er Requisiten und Ausstattungsteile direkt aus dem Paramount-Bestand in Los Angeles und verschiffte sie in Containern nach Deutschland. In der Bakeder Südstraße hat er eine alte Fabrikhalle zum Museum umgebaut und stellt in seinem Filmwelt-Center bei Führungen vor, was sich Roddenberry vor mehr als einem halben Jahrhundert erdachte – und was seiner Zeit immer ein Stück voraus war.

Und gerade dieser visionäre Charakter der Serie ist für Netter auch immer eine der Stärken gewesen: „Im Gegensatz zu anderen Science-Fiction-Serien hat Roddenberry sich intensiv mit Wissenschaftlern unterhalten, stand in Kontakt mit Nasa-Experten, hat geschaut, was theoretisch möglich ist“, erklärt er.

Und so tauchen in Star-Trek-Folgen schon früh, deutlich vor Erfindung des Handys, Kommunikatoren auf. Und in der Ausstattung der Raumschiff-Crew ist zu sehen, was deutlich später als Tablet oder Flachbildschirm Massenware werden sollte. Die „Replikatoren“ der Serie sind heute als 3D-Drucker von jedermann zu kaufen. „Viele Ingenieure haben sich in ihrer Begeisterung auch an dem orientiert, was in der Serie zu sehen war – und vielleicht sieht deshalb der erste Apple-Rechner aus, als ob er aus dem Filmset stammt“, sagt Netter.

Vorbildcharakter hatte Star Trek Anfang der 1960er Jahre auch auf anderem Gebiet: Hautfarbe oder Nationalität spielen keine Rolle. Russen und Amerikaner arbeiten – damals im Kalten Krieg unvorstellbar – zusammen auf der Star-Trek-Brücke. Eine Frau wurde als Offizierin Vorgesetzte. Der weiße Kirk und die dunkelhäutigen Uhura gehen eine Liebesbeziehung ein. „Roddenberry war seiner Zeit deutlich voraus. Die Fans der Serie wissen das zu schätzen und leben und lieben dieses Gesellschaftsbild und Roddenberrys Philosophie. Und deshalb mag ich sie“, erklärt der Bakeder.



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