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Grundschule: Stadt hält zudem Kellersanierung für nötig

50 000 Euro: Kosten für Pausendach explodieren

Kleinenbremen (ly). Hiobsbotschaft im Bezirksausschuss: Die Kosten für ein neues Pausendach an der Kleinenbremer Grundschule sind regelrecht explodiert. Obendrein müsste aus Sicht der Stadt Porta Westfalica vor einer Überbauung zuerst der Keller saniert und isoliert werden.

Schweinerei: Wenn das ersehnte neue Pausendach an der Grundschul

Ein sehnlicher Wunsch von Eltern und Kindern scheint damit in weite Ferne zu rücken. Doch der Ausschuss lässt sich nicht beirren. In seiner jüngsten Sitzung hat das Ortsgremium beschlossen, an dem Vorhaben grundsätzlich festzuhalten. Jetzt sind Alternativen gefragt. Gleichzeitig wird der Rat um Unterstützung gebeten. Da klappte manche Kinnlade runter: Knapp 50 000 Euro für Material, Montage und Fundamente soll das Regendach nach dem aktuellen Angebot einer Firma nun kosten, wie der städtische Bauingenieur Willy Nolte im Ausschuss berichtete. Allein die Stahlpreise hätten sich zwischenzeitlich verdoppelt. "Dieses Dach in Eigenleistung zu montieren, halte ich nicht für möglich", sagte Nolte. Zuletzt war man in Kleinenbremen von etwa 20 000 Euro ausgegangen, vielleicht auch mehr - Eigenleistung wie Erdarbeiten oder das Gießen der Fundamente vorausgesetzt. Mehr als das Doppelte hatte wohl niemand auf der Rechnung. Im Spendentopf waren Anfang September vergangenen Jahres rund 6000 Euro. Zur Sammlung aufgerufen hat der Förderverein, viele Einwohner ließen sich nicht zweimal bitten. Die magische Grenze liegt bei 10 000 Euro. Sobald diese erreicht ist, soll die Verwaltung und namentlich Bürgermeister Stephan Böhme an eine Zusage erinnert werden, die andere Hälfte zu übernehmen. Und jetzt das: erst der Keller. Für die Arbeiten, wohl Sache der Stadt, sollen ebenfalls 50 000 Euro fällig werden, wie Nolte den Ortspolitikern vorrechnete. Feuchte Grundmauern und ein Regendach als Stahlkonstruktion vertragen sich nicht. Im Gegensatz zur Verwaltung sieht der Bezirksausschuss keine Verbindung zwischen Kellersanierung und Dach. "Die Arbeiten am Keller sind sowieso notwendig", meinte Hans-Jürgen Berneking (FDP). Immerhin hatte Nolte eine "Minimal-Lösung" mitgebracht, vorgesehen an anderer Stelle. Nach seinen Vorstellungen könnte auf dem hinteren Schulhof eine 36 Quadratmeter große Fläche überdacht werden. Das wären sechs mal sechs Meter für rund 100 Schüler. "Wie in der Sardinenbüchse", so ein Kommentar im Ausschuss. "Als gelungenenWurf würde ich diese Lösung nicht bezeichnen", räumte der Ingenieur ein. "Aber mehr geht nicht." Vielleicht doch. Die Kleinenbremer hätten schon ganz andere Sachen auf die Schultern genommen, erinnerte Dieter Lichte (SPD). "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", sagte er. "Dies ist ein besonderer Bezirksausschuss." Und es handele sich um eine besondere Schule, wies Lichte auf die Grenzlage mit Konkurrenz im nahen Bückeburg hin. "Wir müssen dafür sorgen, dass sie attraktiv bleibt." Zurück zum Pausendach: "Hut ab", sagte Willy Nolte, "wenn die Dorfgemeinschaft das gewuppt kriegt." Aus Gründen des Brandschutzes war das alte Dach, entstanden an der Vorderseite in Holzbauweise, im Sommer 2003 nach 20 Jahren abgerissen worden.

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