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Silvesterstimmung in der ausverkauften AWD-Arena / Hannover hält den Atem an

45 000 Fans fühlen sich mit Coldplay mitten im „Paradise“

„Wie heißt es doch so schön?: Kleine Geschenke beleben die Freundschaft. Diesen Spruch machte sich auch Coldplay zunutze und verpasste jedem Konzertbesucher am Eingang ein Armband, das durch ein ferngesteuertes Signal zum Leuchten gebracht wurde. Zudem erschien auf einer Leinwand: „Bitte tragen Sie das Armband. Es ist ein Teil der Show“. Die Titelmelodie der Science-Fiction-Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ läutet das Mega-Event ein.

Nach dem „Mylo Xyloto“-Einspieler geht’s mit „Hurts Like Heaven“ sofort in die Vollen – die AWD-Arena versinkt in einem bunten Armbänder-Lichtermeer – effektvoller kann man ein Konzert wohl kaum beginnen.

„Make some noise, make some noise“, schreit Sänger Chris Martin, der wenig später eine Konfetti-Dusche über sich ergehen lassen muss. Martin tänzelt auf die B-Stage zu, post mit Gitarrist Jonny Buckland für die Fotografen – ganz großes Kino, was da zeitweise auf der Bühne passiert. Vorbei die Zeiten, als sich Martin vor einigen Jahren noch müde und distanziert auf der Bühne bewegte – heute geht der Frontmann auf Tuchfühlung mit den Fans, nutzt zusammen mit der Band zwei kleine Center-Bühnen, auf denen er sich fast auf Augenhöhe mit dem Publikum befindet.

Man wird förmlich von der Atmosphäre erschlagen – Stimmung wie bei einem 96er-Heimspiel – bloß, an diesem Abend stehen mehr Akteure auf dem Rasen, der im Vorfeld mit Platten ausgelegt wurde – auf diese Weise Open-Air-tauglich gemacht wurde.

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Coldplay bei „Hurts Like Heaven“.

Zu „Lovers in Japan“ werden riesige Bälle ins Publikum geschossen – Coldplay wissen eben, was in ein Fußballstadion gehört, um die Massen zu begeistern.

Die ersten Töne zu „Violet Hill“ erklingen – doch nicht lange, denn Chris Martin bricht den Song nach wenigen Gitarrenakkorden ab und startet einen zweiten Versuch – geht doch, Chris.

Die Band performt auf der B-Stage „Princess Of China“ – leider ohne Rihanna, die aber auf der Videoleinwand zu sehen ist. Martin auf Kuschelkurs mit den Fans – bei sieben Grad Celsius nimmt man diese musikalischen Wärmeeinheiten gerne in Kauf. „Up In The Flames“ und „Warning Sign“ – Martin balsamiert mit seiner gefühlvollen Stimme die Seelen der 45 000 Fans, die mit Coldplay ein Wechselbad der Gefühle durchleben.

Mit „Viva La Vida“ stimmt die Band eine ihrer Stadion-Hymnen an – zusammen mit „Paradise“ sicher eine der musikalisch wertvollsten Kostbarkeiten aus der Coldplay’schen Schatztruhe.

Dass die Band auch in Hannover „das beste Konzert ihres Lebens“ spielen will, scheint nicht übertrieben – insbesondere Chris Martin verausgabt sich dermaßen, dass er sich bereits nach dem dritten Song klitschnass auf dem Bühnenboden eine kurze Auszeit nimmt und liegend die Ovationen des Publikums genießt.

Nach „Paradise“ verschwindet das Quartett zunächst von der Bühne, performt aber wenig später auf einer kleinen Bühne „Us Against The World“ und „Speed Of Sound“, danach geht es kurz durch die Menge und dann seitlich durch die Arena auf die große Bühne zurück.

„Clocks“ passt wie die Faust aufs Auge, denn um 23 Uhr ist Zapfenstreich – Hannovers größtes Konzertereignis „muss“ sich dann leider dem Ende neigen – schade, denn solch einer genialen Band gewährt man doch eigentlich gerne einen Überziehungskredit.

Auch die zahlreichen Fans, die es sich auf der angrenzenden Wiese gemütlich gemacht haben, packen ihre mitgebrachten Campingstühle und Decken zusammen, um sich nach Konzertende auf den Heimweg zu machen. Gesehen haben sie zwar nichts – „aber die Akustik war gut“, schwärmten einige der Zaungäste.

Gitarrist Jonny Buckland und Chris Martin auf Tuchfühlung mit den Fans.




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