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Bückeburg Vorreiter bei der Erstellung des Baumkatasters / Programm soll an andere Städte verkauft werden

3000 Bäume sind bis auf den Millimeter erfasst

Bückeburg (rc). Mit dem Aufstellen des Baumkatasters und der dafür benötigten Software will die Stadtverwaltung Bückeburg Geld verdienen. Denkbar wäre ein Verkauf des Programms an andere Kommunen oder Interessierte sagte Michael Buhr von der Stadtverwaltung, als er jetzt einen Sachstandsbericht über das Projekt gab.

Wie berichtet, erfasst die Stadt derzeit alle Bäume, die auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet stehen. Rund 3000 kamen in den vergangenen fünf Monaten zusammen, die von Christiane Matthaei direkt vor Ort mit einer speziellen Software in den Computer eingegeben worden sind und so künftig auch bis auf den Millimeter genau wiedergefunden werden können - per GPS. "Kartierungen oder Nummerierungen sind nicht mehr notwendig", sagte Buhr. Auch wenn die Bäume direkt auf der Grenze stehen, kann festgestellt werden, ob es ein öffentlicher oder ein privater Baum ist. Nach der Erfassung vor Ort werden die Daten in das Computersystem der Stadtverwaltung eingespeist. Künftig haben dann alle Ämter Zugriff auf diese Daten, können sie für ihren eigenen Bedarf abrufen. Bei der Aufstellung handelt es sichübrigens um ein interkommunales Projekt zwischen dem Landkreis und Bückeburg. Der Stadt als Pilotkommune sollen weitere Kommunen im Landkreis nachfolgen. Aufgestellt wird das Baumkataster vor allem, damit die Stadt nachweisen kann, dass sie ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist. Wenn zum Beispiel bei einem Sturm ein dicker Ast ein Auto beschädigt, stellen die Versicherungen oft die Frage, ob das Abbrechen dieses Astes nicht vorhersehbar war, weil der Baumvielleicht geschädigt war - die Stadt also ihrer Sicherungspflicht nicht nachgekommen ist. Damit die Baumschädigungen erkannt werden, hat Matthaei eine Ausbildung zur zertifizierten Baumkontrolleurin ablegen müssen. Neben den Vitalitätsstufen eines Baumes gibt es für Stamm, Stammfuss und Krone weitere Kriterien, die festgehalten werden müssen: allein für die Krone 39, für den Stammfuss noch 14. "Ein Regelwerk, an dass man sich zu halten hat." Und mit dem die Stadt auch viel Geld sparen kann. So kann bei rechtzeitiger Pflege zum Beispiel verhindert werden, dass teure Kronensicherungen notwendig sind, die immerhin 2000 Euro - proStück - kosten. Bei nur 100 verhinderten Fällen eine Ersparnis von 200 000 Euro, rechnete Matthaei vor. Die Bilanz von Michael Buhr: "Wir sind ingesamt leistungsfähiger geworden." Die Kosten könnten halbiert werden und es könne effizienter, schneller und nachvollziehbarer gearbeitet werden - bei mehr Sicherheit für alle.

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