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Bürgergruppe macht gegen Kauf des Klenken-Hofs mobil / Schaer enttäuscht über überstürztes Vorgehen

300 Unterschriften in zwei Wochen

Wiedensahl (kle). Das ging flott: Bereits nach zwei Wochen haben die Gegner des geplanten neuen Museums für Wiedensahl mehr als 300 und damit fast das Vierfache der benötigten Unterschriften für ihr erhofftes Bürgerbegehren gesammelt. Am Donnerstag haben die Initiatoren Bernhard Peeck, Rita Höfler und Jürgen Ronnenberg ihre Listen dem Wiedensahler Bürgermeister Helmut Schaer und Gemeindedirektor Nathan Adam übergeben. Beide zeigten sich enttäuscht über das überstürzte Vorgehen der Gruppe und das wenige Vertrauen in die Entscheidung des Rates.

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Hintergrund war die Entscheidung des Rates, das Gebäude an der Hauptstraße 77, den Klenken-Bauernhof, zu kaufen, um es in die Museumslandschaft Wiedensahl zu integrieren (wir berichteten). Das Gebäude soll Platz für eine Max-und-Moritz-Ausstellung bieten und zudem unter anderem als Begegnungsstätte dienen und öffentliche Toiletten für Besucher des Orts bereithalten. Nach Abzug der Fördermittel von 600 000 Euro blieben allein für den Erwerb des Gebäudes noch Kosten in Höhe von 240 000 Euro für Wiedensahl übrig.

„Wir finden, dass das für die Gemeinde zu teuer ist“, sagt Peeck. „Wir müssten dafür zu viele Rücklagen aufbrauchen“, zumal die bestehenden Museen schon jetzt fünfstellige Zuschüsse benötigten, um kostendeckend zu wirtschaften – daher das Bürgerbegehren und der Wunsch nach einem gemeinsamen Gespräch mit den Ratsmitgliedern.

„Wir möchten, dass bei einer so wichtigen Frage für das zukünftige Gemeindeleben die Bürger ein Mitspracherecht haben“, heißt es im Anschreiben der Gruppe an die Wiedensahler Bürger. Sollte am Ende eine Mehrheit für das Haus sein, „werden wir diese Entscheidung akzeptieren“. Damit bezieht sich die Gruppe auf einen bevorstehenden Bürgerentscheid, sollte das Bürgerbegehren einer Prüfung durch die Verwaltung standhalten und der Rat seine Entscheidung in der Folge nicht doch noch kippen.

„Es ist schade, dass das so gekommen ist und man nicht den gewählten Ratsmitgliedern das nötige Vertrauen schenkt“, kommentierte Schaer das Geschehene im Anschluss an die Übergabe. Vor allem störten er und Adam sich daran, dass niemand der Initiatoren im Vorfeld zu einem Gespräch zu ihnen gekommen sei. Die Unterschriften seien schon gesammelt worden, „bevor wir unsere eigenen Argumente an die Bürger schicken konnten“, so Schaer. Im Anschreiben der Museumsgegner sei nämlich überhaupt nicht bedacht worden, dass der neue Standort nicht nur als Museum, sondern unter anderem auch als Mehrzweckhalle genutzt werden solle.

Interessierte Wiedensahler lädt die Gemeinde zu einer Bürgerinformation rund um das Thema für Dienstag, 10. Juli, 20 Uhr, in den Sportsaal der Gemeinde ein.



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