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Als Wellenbad geplant - 1978 ohne Welle eröffnet / Betrieb bleibt Zuschussgeschäft

2,7 Millionen Besucher: Rintelns Hallenbad feiert 30. Geburtstag

Rinteln (mld/wm). Überraschung für Annelene Halter aus Vlotho, als sie zum Schwimmen ins Rintelner Hallenbad gekommen ist: "Sie sind eine ganz besondere Besucherin", begrüßte sie Schwimmmeister Lothar Schön und überreichte ihr einen großen Blumenstrauß. Annelene Halter ist die zwei-Millionen-siebenhunderttausendste Besucherin des Hallenbades - und das am Tag des 30. Jubiläums.

Gefeiert wurde der Tag mit reduzierten Eintrittspreisen, Sektfrühstück und Kuchen, Kursen in Tauchen, Wassergymnastik und Erster Hilfe sowie einem abwechslungsreichen Nachmittagsprogramm für Kinder. Die Einnahmen des Tages werden einem gemeinnützigen Zweck gespendet. "Wir sind zufrieden mit unseren Besucherzahlen", zog Lothar Schön Bilanz. Natürlich laute das Ziel immer, neue Badegäste hinzuzugewinnen. Doch schon jetzt komme ein großer Teil der Badegäste auch aus der Umgebung, so aus Lemgo, Minden oder Barkhausen. Eines möchte er an diesem Tag besonders festhalten: "Ohne meine Mitarbeiter hätte es die ganzen Jahre lang nicht so gut funktioniert." Das Hallenbad in Regie des Landkreises hat eine wechselvolle Geschichte: Ursprünglich als Wellenbad geplant, funktionierte die damals als revolutionär gepriesene Wellentechnik nicht. Statt zu experimentieren, entschied damals der Landkreis, das Hallenbad ohne Welle zu eröffnen - vermisst hat die Welle im Laufe der Jahre eigentlich niemand. Das Hallenbad in Rinteln (wie in Bad Nenndorf, das zweite kreiseigene im Landkreis) ist für die öffentliche Hand nach wie vor ein Zuschussgeschäft: Das "operative" Defizit liegt pro Jahr für das Hallenbad so um die 500 000 Euro, die gleicht der Landkreis aus, die Stadt Rinteln zahltüber die Kreisumlage etwa die Hälfte. Rein rechnerisch müssten die Hallenbäder pro Badegast 11,50 Euro Eintritt nehmen, um wirtschaftlich arbeiten zu können - auch keine Lösung, niemand würde dort mehr schwimmen gehen. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Arbeitskreise, die sich mit der Zukunft des Hallenbades beschäftigen sollten. Angedacht wurde bereits vor zwei Jahren, die Bäderbetriebe Rinteln, die bereits das Freibad wie das Hallenbad in Steinbergen betreiben, sollten auch das Hallenbad Rinteln übernehmen. Das Hallenbad ist auch ein Arbeitgeber mit fünf Mitarbeitern - Schwimmmeister und Fachangestellte für Bäderbetriebe, dazu sechs Reinigungskräfte. Fast hätte es übrigens in Rinteln ein drittes Hallenbad gegeben: Im Jahr 1999 hat die Doktorsee GmbH ernsthaft darüber nachgedacht, ein eigenes Hallenbad zu bauen, um die Camping-Saison zu verlängern. Und das Rintelner Hallenbad hat sogar eine strategische Bedeutung: Hier sollen verstrahlte Personen versorgt werden, wenn es im Kernkraftwerk Grohnde zu einem größeren Unfall kommt.




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