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Düsseldorfer bringen den Punkrock nach Hannover in die TUI Arena / Alles Rot-Weiß – oder was?

24 000 pogen und grölen mit den Toten Hosen

Ein kurzer Anzähler und los geht’s mit „Ballast der Republik“ – einem Song, der von hochfahrenden Fahnen, auf denen sich skelettierte Bundesadler befinden, begleitet wird.

Es braucht nur Sekunden und das „alte Fieber“ bei einem Hosen-Konzert ist da – die Fans überhitzt, während Campino beeindruckend unterstreicht, dass olympiareife Akrobatik-Einlagen nach wie vor zu einer Punkrock-Performance gehören.

Schon Monate vorher waren die beiden Konzerte von Campino & Co in Hannover ausverkauft – ohne Zweifel, die Toten Hosen sind zurzeit auf dem kommerziellen Höhepunkt ihrer Karriere, denn alle Konzerte „Der Krach der Republik“-Tour 2012 sind restlos ausverkauft.

An vorderster Front darf nach wie vor gerempelt und geschubst werden, ohne dass dem einen oder anderen Nebenmann diese Attacken missfallen. Im Fachjargon nennt man das Pogo – was soviel bedeutet wie „Körper aneinander schleudern“.

„Andi“ (rechts) und „Kuddel“ bei „Ballast der Republik“.

Mit „Hang On Sloopy“ von den McCoys und Hannes Waders „Heute hier, morgen dort“ spielt der Punkrock-Fünfer zwei Coverversionen, die schon seit Jahrzehnten auf jeder Setlist eines Toten-Hosen-Konzerts stehen.

Vor dem Titel „Bonnie & Clyde“ erklärt Campino, dass bei der Tour schon mehrfach Taschendiebe die Hosen-Fans beklaut haben. Vor den Einlasskontrollen wurden die Fans auch noch über Lautsprecher zur Vorsicht aufgerufen – hohe Polizeipräsenz vor der Halle sorgte zudem für Sicherheit.

Kuddel, Andi, Breiti, Campino und Vom drehen auf – fast jeder Song wird von den Fans lautstark mitgesungen – „das ist der Moment“, wo sich Fortunen-Fans und 96er-Anhänger friedlich in den Armen liegen – Musik verbindet, das weiß auch Ober-Hose Campino, der seine Fangemeinde aufruft, die beiden Projekte „Oxfam“ (unabhängige Hilfs- und Entwicklungsorganisation, die sich weltweit gegen Hunger, Armut und soziale Ungerechtigkeit einsetzt) und „Pro Asyl“ (unabhängige Menschenrechtsorganisation, die sich für den Schutz und die Rechte verfolgter Menschen in Deutschland und Europa einsetzt), zu unterstützen.

Die Songs und Texte der Hosen sind kurze Momentaufnahmen, in denen es unter anderem um Fußball, Europas Grenzpolitik, Zivilcourage, Fremdenfeindlichkeit, Glauben und Hoffnung geht. Kaum ein Lied dauert länger als drei Minuten – kein Wunder also, dass die Kombo mehr als 35 Stücke an diesem Abend spielt.

„Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe – Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit – Du hast nie gelernt, dich zu artikulieren“ – Der Ärzte-Song „Schrei nach Liebe“ gehört immer noch zu den Highlights einen Hosen-Gigs.

Vor den Zugaben-Blocks noch der Über-Song „Tage wie diese“, der die TUI Arena zum 12 000-Kehlen-Chor anwächsen lässt – ein Lied für die Ewigkeit.

„Schönen Gruß“, „Zehn kleine Jägermeister“ und zum Schluss Liverpools Fußball-Hymne „You Never Walk Alone“, bei der sich 12 000 Fans friedlich vereint in den Armen liegen – so schön kann Punkrock sein.

The Show must go on – bereits am 7. Juni 2013 sind die Toten Hosen erneut zu Gast in Hannover. Auf der EXPO Plaza werden sie, diesmal mit „special guest“, ein Open-Air-Konzert geben.

Beginn: 18 Uhr. Karten: NDZ, 05041/78910

Tote Hosen-Frontmann „Campino“ ist Motivator, Massendompteur und treibende Kraft der Band.




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