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Großraum-Punk mit den Ärzten – „Die beste Band der Welt“ gibt alles

23 000 Fans bekommen an zwei Tagen die komplette Rundumversorgung

20.30 Uhr – die Fans in Erwartungshaltung – wäre da nicht ein nerviger Ansager, der das so lang herbeigesehnte Konzert der Ärzte mit seinen Sprüchen auf unliebsame Weise fünf Minuten hinauszögerte. „Die Band hat immer recht“, „Die Band ist immer witzig“ – im Wartezimmer wird es unruhig, erste Pfiffe des Publikums beenden die Vorrede des Störenfrieds.

Endlich fällt der rote Vorhang und die beste Band der Welt fragt: „Ist das noch Punkrock?“ Aber ja meine Herren – und zwar eine Überdosis, die ihr da gerade den Fans gebt. Es ist eng und heiß im Innenraum der TUI Arena – ein Gesundheitscheck im Vorfeld wäre da sicher von Vorteil gewesen.

Mit „Bettmagnet“ und „Tamagotchi“ folgen zwei weitere Titel aus dem aktuellen Album „auch“ – Bela, Farin und Rod wissen eben, welche Medizin die Fangemeinde braucht.

Sie sehen aus wie „Die Drei von der Tankstelle“ – viel passiert nicht auf der Bühne. Bela B. bearbeitet sein Schlagzeug wie immer im Stehen, während Farin mehr oder weniger Urlaub vor dem Mikro macht – bitte nicht zu viel Bewegung. Er ist aber immer noch der flotte Sprücheklopfer, der es geradezu perfekt versteht, das Publikum mit Frotzeln, Motzen und Anmachen bei guter Laune zu halten.

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Bela B. bearbeitet seit 30 Jahren sein Schlagzeug im Stehen.

Dafür geht vor der Bühne um so mehr der Punk ab. Es wird gegrölt und gepogt – Hannovers größte Sauna erlebt einen musikalischen Aufguss nach dem anderen.

Pech für die hinteren Reihen und die Fans im Gepäcknetz, die das Trio nur in Fingernagelgröße erleben dürfen, denn Videoscreens kamen kaum zum Einsatz. Macht aber nichts, schließlich will man das „Bäst of“ der Band hören und natürlich die charmanten Pöbeleien unter den Bandmitgliedern, die ebenso unterhaltsam sind wie ihre Musik.

Die „beste Band der Welt“ wird ihrem Namen mehr als gerecht – schickt Songs wie „Deine Schuld“, „Zeidverschwändung“, „Schundersong“ und auch „Schrei nach Liebe“ in die pogende Masse. Einen Showdown gibt es bei den Ärzten nicht. Bei jedem Konzert wird der Ernstfall geprobt, die Band gibt alles – eine Pulsfrequenz von über 200 und klitschnasse T-Shirts nimmt die Fangemeinde dabei gerne in Kauf. Schon seit geraumer Zeit ist ein Ärzte-Konzert generationsübergreifend – ein Team, das sein Handwerk versteht, wird eben gerne den Nachkommen empfohlen. Die kollektive Begeisterung für das Trio kennt inzwischen keine Grenzen mehr – das Durchhaltevermögen der Band ist weiterhin ungetrübt – es könnte also eine „Neverending Story“ werden.

Seit 30 Jahren, mit einer kleinen Unterbrechung, operieren Rod, Farin und Bela B. auf höchster Ebene, das Wort „Ärzte-Pfusch“ ist ihnen fremd. Drei Mann, drei Stunden, 40 Songs – so kennt man sie, die Ärzte, „Die beste Band der Welt“.

Basser Rod erinnert so etwas an die Beatles-Ära.




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