×
Vor Gericht: Prozess gegen 44-Jährigen wird Donnerstag fortgesetzt / Angeklagter bestreitet Vorwurf

20-Jährige im Asylbewerberheim vergewaltigt?

Rinteln (maf). Rund vier Jahre nach einem sexuellen Vorfall im Asylbewerberheim am Bahnhofsweg muss sich nun ein 44-jähriger Bewohner der Unterkunft wegen Vergewaltigung vor dem Schöffengericht verantworten. Der aus Nigeria stammende Mann soll eine junge Frau, die er flüchtig kannte, in dem Haus zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Im Jahr 2004 lernte die heute 24-Jährige den Angeklagten während einer Busfahrt kennen. Der Mann hielt seine Taufurkunde in der Hand, sie fand das interessant und sprach ihn an. Später traf sie den Afrikaner ein zweites Mal und begleitete ihn zu einer Veranstaltung seiner Glaubensgemeinschaft. Die dritte Begegnung im November 2004 fand dann zufällig statt. Die junge Frau war nach einer Zugfahrt am Rintelner Bahnhof ausgestiegen und wollte mit dem Bus nach Hause fahren, als sie den Mann auf der Straße sah. "Ich hatte ihn schon fast vergessen", erinnerte sich die 24-Jährige. Sie hatte bis zu jenem Abend keinerlei Zärtlichkeiten mit ihm ausgetauscht und fand ihn auch nicht wirklich interessant. Neugierig war sie jedoch auf alles, was seine Religion betraf. Auf der Straße erzählte er ihr, er habe neue Informationen über seine Glaubensrichtung. Deshalb ging die Frau, der es damals "emotional richtig schlecht ging",mit dem Mann in die Unterkunft. In dem Zimmer, in dem sich ein anderes Pärchen aufhielt, redeten die beiden über religiöse Dinge. Ihrer Aussage zufolge legte er dann einen Arm um sie und gab ihr einen Zungenkuss. Küssend, so die 24-Jährige weiter, zog er sie in ein anderes Zimmer und schloss die Tür ab. Anschließend öffnete er ihre Hose und drückte sie ins Bett. Laut Aussage der Frau kam es zum Geschlechtsakt, wobei der Angeklagte sie die ganze Zeit mit seinen Händen berührte und festhielt. "Da ich völlig überrumpelt war, habe ich mich teilweise nicht richtig gewehrt", äußerte die junge Frau. Sie hatte Schmerzen und verdeutlichte ihm, dass sie das nicht wolle. Erst als die damals 20-Jährige sagte, sie müsse jetzt mit dem Bus nach Hause fahren, siekomme sonst nicht weg, hörte der Mann auf. Er gab ihr fünf Euro für die Busfahrt und soll gesagt haben, sie könne ja morgen wiederkommen. Nach dem Vorfall rief die Frau ihren Vater an, der sie abholte. Dagegen bestritt der Angeklagte den Tatvorwurf. Nach seiner Einlassung hatte sie ihn umarmt und geküsst. Es sei zu freiwilligen sexuellen Handlungen gekommen. Und er beteuerte: "Wenn sie Widerstand geleistet hätte, hätte ich ihr nichts getan." Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt