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MGV Concordia Reher von 1864 – auch die Maschinenfabrik stammt aus Reher

150 Jahre auf dem Buckel

Reher. Stehen die Gründungen der Aerzener Maschinenfabrik und des Männergesangvereins (MGV) von 1864 Reher, die beide in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum feiern konnten, in einem Zusammenhang? Abschließend klären ließ sich diese Theorie nicht, aber immerhin: Ursprünglich hatte auch die Maschinenfabrik ihren Sitz in Reher. „Und vielleicht wäre Reher heute noch Firmensitz, wenn dem damaligen Besitzer Adolph Meyer nicht in Aerzen, sondern vor Ort ein ausreichend großes Stück Land für seine Erweiterungspläne angeboten worden wäre“, mutmaßte Bürgermeister Bernhard Wagner in seinem Grußwort.

Die Satzung, das älteste noch vorhandene Vereinsdokument, aus der Richard Wilk anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des MGV von 1864 Concordia Reher zitierte, stammt übrigens aus dem Jahr 1881 und wurde erst 1913 vom Landrat Schäfer genehmigt und anschließend dem damaligen Vereinsvorsitzenden, dem Lehrer Dachmeister, zugestellt, wie Wilk weiter berichtet. „Die Pflege königstreuer Gesinnung und Liebe zu Kaiser und Reich wird den Mitgliedern zur Pflicht gemacht“, so das Zitat.

In den dazwischen liegenden 32 Jahren hatte sich die Welt allerdings grundlegend verändert. Ob die Reherschen Sänger da wohl schon ahnten, dass ihr Kaiser ein Auslaufmodell war? Inzwischen hatte sich 1900 sogar noch ein zweiter Gesangverein mit Namen Concordia Reher gegründet. Auch hier konnte von Wilk nicht recherchiert werden, warum in dem kleinen Ort plötzlich zwei Gesangvereine miteinander in einen Sängerwettstreit traten. „War es die verschiedene Herkunft der Mitglieder aus dem Ober- und Unterdorf oder waren in dem einen Verein die Arbeiterklasse und in dem anderen die Geschäftsleute aktiv?“, stellte er die Frage in den Raum. Eines ist zumindest zweifelsfrei belegt: Nach einem zwischenzeitlichen zwangsweisen Zusammenschluss des MGV von 1864 und des Gesangvereins Concordia Reher im Jahr 1933 und einer Neugründung auf freiwilliger Basis im Jahr 1946 kann der Jubiläumsverein heute auf eine vereinte Geschichte zurückblicken, wenn auch auf eine sehr lückenhafte.

„Keine Aufzeichnungen gibt es bis 1905, von 1906 bis 1918 und von 1939 bis 1947, das sind immerhin 61 Jahre“, bedauert Wilk. Das hatte auch zur Folge, dass dem Verein die Zelter Plakette, die üblicherweise zum 100-jährigen Bestehen verliehen wird, erst 20 Jahre später ausgehändigt wurde. Eine Anzeige zum 50-jährigen Bestehen in der Dewezet im Jahr 1914 musste als Nachweis dienen, weil keine Unterlagen die Gründung belegen.

1964 – also vor genau 50 Jahren – ging man eine Kooperation mit dem MGV von 1896 Grießem ein und gründete eine Singgemeinschaft. 1973 wurde sogar eine Langspielplatte produziert. 1984/85 wurde der MGV Reinerbeck mit ins Singgemeinschaftsboot genommen. Mitte der 1990er-Jahre gründete sich dann aus der Singgemeinschaft Reher-Grießem-Reinerbeck der Grießetaler Shantychor. Im Rahmen des Vereinsjubiläums wurden der MGV-Vorsitzende Helmut Deiters sowie Sangesbruder Günter Naujokat für 50 Jahre Mitgliedschaft vom Präsidenten und der Vorsitzenden des Niedersächsischen Chorverbandes, Wolfgang Schröfel und Cornelia Valentin, geehrt. Eine Ehrenurkunde für zehnjährige Mitgliedschaft erhielt Dieter Ergezinger. Das Jubiläumskonzert wurde vom Grießetaler Shantychor, vom Singkreis Reinerbeck sowie der Liedertafel Hameln von 1837 gestaltet und mit viel Applaus vom Publikum bedacht.




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