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Weltgebetstag: Das "Land der stillen Wasser"

1,50 Euro müssen zum Leben täglich reichen

Obernkirchen (sig). Punkt 18 Uhr starteten Frauen aller Konfessionen am Freitagabend in der Roten Schule den Weltgebetstag. In einer großen Runde saß man zusammen - als einziger Mann mit dabei war Pfarrer Norbert Mauerhof. Mitten im Kreis waren kleine farbige Decken angeordnet, auf denen Blumen und eine brennende Kerze standen. Dazu lagen eine Ananas und Bildkarten aus jenem Land, das diesmal die Vorlage für die Gottesdienstordnung lieferte und das übersetzt das "Land der stillen Wasser" heißt.

Frauen aus elf verschiedenen Konfessionen der Republik Guyana, einem Staat an der Atlantikküste Südamerikas, haben die Texte, Gebete und Lieder für den Weltgebetstag zusammengestellt. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, in diesem Augenblick zu erkennen, dass zeitgleich oder auch zeitversetzt in rund 170 anderen Ländern Frauen in einem ähnlichen Kreis das Gleiche tun. Deren Gebete und Lieder haben den gleichen Inhalt, wenn auch in die jeweilige Landesspracheübersetzt. Die Wünsche und Erwartungen, die an den Schöpfer der Welt gerichtet werden, sind sicherlich unterschiedlicher Art, aber zumindest im Gebet waren die Gedanken vereint. Es ist bittere Realität, dass die Lebensverhältnisse zwischen den verschiedenen Regionen der Erde weit auseinanderklaffen. Gerade Guyana gehört zu den Ländern, die einst von Kolonialmächten ausgebeutet wurden und auf dem Weg zur Selbstständigkeit und zur Demokratie schlimme Auseinandersetzungen erlebt haben. Immerhin gibt es dort aber seit 1953 das Frauenwahlrecht und seit 1976 die gesetzliche Gleichstellung der Frau. Über die Hälfte von ihnen sind Christinnen, 33 Prozent Hindus und nur neun Prozent Muslime. Die Kollekte dieses Weltgebetstages wird für zahlreiche spezielle Frauenprojekte in der Welt eingesetzt. Bei der Zusammenkunft in Obernkirchen gab es wieder einen Tisch, auf dem in Guyana produzierte Waren ausgestellt wurden. Wir entdeckten Tee, Kaffee, Honig, Früchte und Schokolade. Außerdem gehören Reis und Zucker zu den wichtigsten Erzeugnissen dieses karibischen Landes, in dem viele Menschen mit einem Verdienst von 1,50 Euro pro Tag auskommen müssen.




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