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Hydranten-Pflege ist Feuerwehr-Tradition / Einwohner honorieren den Einsatz

1485 Wasserspender zur Pflege: Feuerwehr Volksen im Sonntagsdienst

Volksen (who). 1485 Stück - das klingt nach einer enormen Anzahl. 1485 Stück, die regelmäßig geöffnet, gereinigt, gewartet, von Laub und Moos befreit werden müssen - und das auch noch ehrenamtlich, sonntags. Doch es ist Tradition der Rintelner Ortsfeuerwehren, an einem Sonntag vor dem Wintereinbruch durch ihre Ortschaften zu gehen und alle Hydranten zu reinigen.

Der Winter ist inzwischen nicht mehr ganz weit entfernt, und so ist die Ortsfeuerwehr Volksen auch dieses Mal wieder ausgerückt, um die Zapfquellen des Volkser Wasserleitungsnetzes zu überprüfen. "Der Hydranten-Dienst hat zwei Seiten", erzählt Ortsbrandmeister Heiner Brand am Rande des Einsatzes. Auf der einen Seite stehe die Arbeit, die ja immerhin freiwillig geleistet wird: Im Laufe eines Jahres wachsen Hydranten durch Gras und Unkraut zu, die Deckel sind defekt oder eine Spindel lässt sich wegen des Drecks nicht mehr drehen. Allein deshalb sei die regelmäßige Pflege unbedingt nötig und werde, wie in Volksen, traditionell von sämtlichen Rintelner Ortsfeuerwehren übernommen. Die andere Seite: Diesen freiwillige Arbeitseinsatz begrüßen viele Bürger mit freundlichen Worten und gelegentlich auch einem kleinen Umtrunk. Brand erklärt weiter, dass die Arbeit nicht in ein paar Minuten erledigt ist. Denn nicht nur das Innenleben der Hydranten muss gewartet werden: "Hin und wieder fehlen auch die Hinweisschilder, oder die Schilder sind, wie die Hydranten selbst, manchmal zugewachsen oder auch zugestellt." Zu den Aufgaben der Feuerwehren gehöre es deshalb auch, auf das ordentliche Umfeld der Löschwasser-Zapfstellen zu achten. Die Brandbekämpfer müssen zum Beispiel schon für den nahenden Winter rüsten: "Damit sich die Hydrantendeckel auch bei Eis und Schnee öffnen lassen und nicht festfrieren, kriegen sie bei der Wartung einen Kunststoffdeckel als Einlage. Der dienst gleichzeitig als Schmutzfang." Für die altgedienten Feuerwehrleute ist der Hydrantendienst eingespielte Teamarbeit. Sie wissen, was zu tun ist. "Aber damit auch die jüngeren Kameradinnen und Kameraden wissen, wo sich die Hydranten im Dorf befinden, werden sie in den Pflegedienst mit einbezogen", erklärt Brand den pädagogischen Hintergrund des freiwilligen Einsatzes. Die Feuerwehrleute bilden kleine Trupps, in denen sie durch den Ort ziehen und sich von einem Hydrant zum nächsten entlangarbeiten. Im Ortsteil Volksen waren in diesem Jahr rund 20 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner dabei, schätzt Brand. Im Anschluss an die Aktion trafen sich alle Beteiligten wieder beim Ausgangspunkt, dem Feuerwehr-Gerätehaus. Dort freuten sich nicht nur die Aktiven über den deftigen Imbiss, der auf sie wartete, auch Ehemalige und Fördermitglieder der Volkser Feuerwehr feierten den Abschluss des diesjährigen Hydranten-Dienstes. Die letzten Hydranten-Wärter kamen übrigens erst am Abend nach Hause. Dass kann zum einen daran gelegen haben, dass die Hydranten in Volksen weit voneinander entfernt liegen. Zum anderen kann der Grund auch der Feuerwehr-Brauch gewesen sein, den Tag nach dem anstrengenden Einsatz noch einige Stunden gemeinsam ausklingen zu lassen.




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