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141 Einsätze: Viel zu tun für die Feuerwehr Bad Münder

BAD MÜNDER. Kaum ein Thema, das Politik und Verwaltung im vergangenen Jahr mehr beschäftigte – und doch waren der Feuerwehrbedarfsplan, die Konzepte zu den Beanstandungen der Feuerwehrunfallkassen und der Neubau eines Feuerwehrhauses in der Kernstadt nur die Aspekte, die breit diskutiert wurden.

Bei Eimbeckhausen befreien die Einsatzkräfte ein eingeklemmtes Unfallopfer. Foto: Klose
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Zu 141 Einsätzen wurden die münderschen Feuerwehren im vergangenen Jahr gerufen, 21 mehr als im Vorjahr. Dabei zeigt der Blick auf die Statistik der Wehr: Die Zunahme der Einsätze erklärt sich durch einen sprunghaften Anstieg der Hilfeleistungen. Zwei größere Unwetter mit entsprechenden Anforderungen der Wehren schlagen sich hier deutlich nieder.

Mitte Januar wurde die Feuerwehr gerufen, weil Heizöl ausgelaufen war. Was zunächst wenig spektakulär klang, entpuppte sich als mehrstündiger Einsatz mit nicht zu unterschätzenden Gefahren für die Umwelt und die mündersche Kläranlage. Rund 400 Liter Heizöl waren durch eine Panne beim Betanken eines Tanklastzuges in die Kanalisation gelangt. An der Kläranlage wurde das Öl separiert und abgesaugt und so weitaus größerer Schaden vermieden.

Schwere Verkehrsunfälle forderten die Feuerwehr auch im vergangenen Jahr. Bei Bakede wurde im April ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei von einem Auto erfasst und getötet, im Juli prallten zwei Autos auf der B442 auf Höhe der Bahnhofstraße frontal zusammen. Zwei Insassen wurden schwer verletzt, vier weitere leicht. Eine Schwerverletzte war im Fahrzeugwrack eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Eingeklemmt wurde auch der schwerverletzte Fahrer eines Fahrzeugs, das im November bei Eimbeckhausen mit einem anderen Auto kollidierte. Die Feuerwehr befreite ihn.

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Viel zu tun hatten die heimischen Feuerwehren Ende Juli. Anhaltender Regen sorgte für ernsthafte Probleme, insbesondere die Überflutung der Hamel bei Hachmühlen und Hasperde forderte die Wehren, die unter anderem verhinderten, dass größere Wassermassen in ein Seniorendomizil eindrangen. Allein zwölf Einsätze fuhren die Wehren in einer Nacht und einem Vormittag. Zu den Hilfeleistungen, die sich im Bericht der Feuerwehr finden, zählt auch die intensive Suche nach einem Flugzeug, das Anfang Dezemzer über dem Süntel abgestürzt sein sollte. Elf Wehren beteiligten sich an zwei Tagen an der Suche in unwegsamem Gelände – gefunden wurde der Pilot schließlich am Ithkamm, er hatte den Absturz seiner Maschine nicht überlebt.

Neben Einsätzen mit tragischem Ausgang gab es aber auch im vergangenen Jahr Alarmierungen, die im Nachhinein weniger dramatisch ausgingen. Auch kuriose Ursachen für Einsätze finden sich in dem Bericht, den Pressewart Marko Klose zusammengestellt hat. Darunter ist die Hilfeleistung für einen sehr kräftig gebauten Herren zu finden, der – nachdem er das Wasser abgelassen hatte – nicht mehr allein aus seiner Badewanne kam. Die Feuerwehr half. Oder der Brand in dem Hauswirtschaftsraum eines Holzhauses – ausgelöst durch Akkus eines Hoverboards, die sich entzündet hatten. Aber auch der Feueralarm, den eine Kundin in einem Drogeriemarkt auslöste, mutet äußerst kurios an – weil sie eine Personalklingel mit dem Feuermelder verwechselte, die Sicherheitsscheibe einschlug, um den Knopf zu drücken. Die Mitarbeiter des Marktes kamen übrigens sofort, die Feuerwehr nur wenig später.

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