×
Historische Breeder- und Rembrandt-Tulpen im Schmuckhof des Berggartens Herrenhausen

1300 Kübel mit verbotenen Schönheiten

Hannover-Herrenhausen (kes). Tausende Tulpen zieren die Beete der Herrenhäuser Gärten, kunstvoll kombiniert mit anderen beliebten Frühjahrsblühern wie Narzissen und Kaiserkronen. Allerdings sind viele von ihnen schon am Verblühen. Wie gut, dass sich noch botanische Raritäten hinzugesellen, die sicher noch ein bis zwei Wochen lang ihre Pracht im Schmuckhof des Berggartens entfalten. Sie gab es hier und überhaupt in Hannover und Umgebung sicher noch nie im Original zu sehen: Historische Breeder- und Rembrandt-Tulpen aus den Niederlanden!

Der Grund für ihre Einzigartigkeit liegt in der Tatsache, dass diese Blumen nicht mehr angebaut werden, denn sie tragen zum Teil einen Virus in sich, das sich nicht ausbreiten darf. Aber eben jenes Virus ist verantwortlich für die faszinierenden, geflammten Blütenmuster, die im 17. Jahrhundert zu einer gigantischen Nachfrage nach diesen Tulpen führten. Reiche Niederländer zahlten Unsummen für die Zwiebeln der begehrten Rembrandt-Tulpen; als „Tulpenwahn“ ging dieses Ereignis in die Geschichte ein.

Nur der Initiative einiger Tulpenvereine ist es zu verdanken, dass diese blühenden Kelche heute noch in wenigen Museumsgärten Hollands und Englands zu bestaunen sind – und jetzt eben auch erstmals im Berggarten der Herrenhäuser Gärten. In rund 1300 Terracotta-Kübeln sind diese Tulpen gepflanzt worden und heben noch deutlicher den Begriff „Schmuckhof“ in ihrer Blütezeit hervor. Dazu gibt es natürlich viele Informationstafeln, die Pflanzenfreunden Antworten auf Fragen zur Heimat und Geschichte der Tulpen, zum Geheimnis der Rembrandt-Blüten sowie zur Pflanzung und Pflege von Tulpen allgemein geben.

Die spät blühenden Breeder-Tulpen (= Zuchttulpen) sind übrigens schlicht die Urahnen der heute so beliebten Triumph- und Darwintulpen. Unter den Breeder-Tulpen, die ihre Hoch-Zeit im 18. und 19. Jahrhundert in England, Holland und Frankreich hatten, dominieren Kupfer-, Bronze-, Gold-, Ockergelb- und dunkle Rot-, Violett- und Rosatöne. Seit den 1940er Jahren wird diese Tulpengruppe, die sich durch ihre gedeckten Farbtöne von den leuchtenden Farben der neueren Tulpengenerationen unterscheidet, wegen ihrer Virusanfälligkeit nicht mehr produziert. Breeder-Tulpen, die ihre Farbe komplett verändern konnten, wurden Rembrandt-Tulpen oder Gebrochene Tulpen genannt. Waren sie in einem Jahr noch einfarbig rot, rosa oder purpur, erblühten sie im nächsten Frühjahr zweifarbig und wiesen dabei Farbzeichnungen auf, die wie gewischt, gefranst, gefedert oder geflammt aussahen. Als man Ende des 16. Jahrhunderts damit begann, sie zu züchten, konnte sich niemand diese unheimliche Verwandlung erklären.

Ein Feuerwerk an Farben: Die Rembrandt-Tulpe Insulinde ist eine von rund 1300 Tulpen, die zurzeit im Schmuckhof des Berggartens der Herrenhäuser Gärten zu sehen sind.

Der Große Garten, der Berggarten sowie die Schauhäuser im Berggarten in Herrenhausen öffnen ganzjährig um 9 Uhr. Der Georgengarten ist jederzeit frei zugänglich. Die Wasserspiele im Großen Garten springen montags bis freitags von 11 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr, außerdem samstag und sonntags sowie feiertags von 11 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr. Der Informationspavillon (Ecke Großer Garten) mit allem Wissenswerten rund um die Herrenhäuser Gärten ist geöffnet von 11 bis 18 Uhr.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt