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Die BKK24 feiert mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ihr Jubiläum in der Wandelhalle

125 Jahre - aber so beweglich wie nie zuvor

Bad Nenndorf (rwe). Gesundheitsfonds, Kopfpauschale, Risiko-Struktur-Ausgleich. Wenn eine Krankenkasse ein Jubiläum feiert, dann darf es auch politisch werden. "Tradition in neuem Geist" - unter dieses Motto hat die BKK24 in der Wandelhalle ihr 125-jähriges Bestehen gestellt. Als Ehrengast sprach Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vor den fast 200 Zuhörern über die Zukunft der gesetzlichen Krankenkassen im deutschen Gesundheitswesen. Der BKK24 attestierte sie dabei, gut aufgestellt zu sein und die weitere Entwicklung überleben zu können.

Rund 200 Gäste sind zur Jubiläumsfeier der BKK24 gekommen.

Werälter wird, mag sich grundlegend nicht mehr ändern. Diese menschliche Erkenntnis gilt nicht für die BKK24, wie deren Verwaltungsratsvorsitzender Stephan Seiffert in seinem Schlusswort zur Jubiläumsfeier in der Wandelhalle freudig feststellte. Allein in den vergangenen zehn Jahren habe sich die in Obernkirchen ansässige ehemalige Betriebskrankenkasse der Firma Heye weit mehr gewandelt als in den 110 Jahren zuvor. Sie sei heute schneller, effektiver und umfassender bei der Hilfe für ihre Mitglieder denn je. Den Ursprung hat diese Dynamik in der mit der Gesundheitsreform 1996 beschlossenen Wahlfreiheit der Versicherten. Dabei hatten sich gerade die Betriebskrankenkassen davor gefürchtet, wie Wolfgang Schmeinck aus dem BKK-Bundesverband einräumte. Doch diese hätten sich geöffnet und aus der veränderten Struktur etwas gemacht. Die BKK24 konnte ihm dafür als gutes Beispiel dienen. Sie wuchs durch Fusionen und Mitgliederwerbung von 3520 auf mehr als 110 000 Versicherte, um die sich mittlerweile 200 Mitarbeiter rund um die Uhr kümmern. Im Jahr 2000 zählte die Kasse gerade mal 16 Beschäftigte. Die Entwicklung der BKK24 mache Mut für die Zukunft, eine Garantie für den Bestand sei sie nicht, meinte Schmeinck auf mit Blick auf die 30 Kassen, die viele Fachleute im Zuge der Gesundheitsdebatte für ausreichend halten. Der fortlaufende Wandel im System durchzog auch die Rede der Ministerin. Die Wahlfreiheit sieht sie als eine der wichtigsten Säulen in der Reform der neunziger Jahre. Ziel sei es, allen Menschen möglichst schnell und qualitativ hochwertiges Medizin zur Verfügung zu stellen. Die Innovation halte schnell Einzug in den Markt. Sie nannte Transplantationen, Dialyse, Endoprothetik oder Computertomografie. Der Fortschritt stehe allen zur Verfügung, sei aber nicht zum Nulltarif zu haben. Allein bei den Arzneimitteln belaufe sich dies auf 20 Milliarden Euro pro Jahr. Schmidt: "Das hält kein System aus." Sie nannte mehrere Wege, um die medizinische Versorgung zu sichern: eine konsequente Kosten-Nutzen-Bewertung bei den Medikamenten, größere Investitionen in Prävention und Rehabilitation und mehr Versorgungsverträge. Auch wenn sie damit bei der BKK keine Freunde machte, plädierte Schmidt für Gesundheitsfonds und Risiko-Struktur-Ausgleich, um die Solidarität sicherzustellen. Sie sei überzeugt, dass eine gute Vorbeugung und Versorgung von den Versicherten belohnt wird. Schmidt: "Die guten Kassen können gut bestehen." Die BKK24 zählte sie dazu. Das Schaumburger Unternehmen ist trotz seiner 125 Jahre schon wieder dabei, sich den "veränderten Lebenswelten" (Schmidt) anzupassen. Darüber informierte Ingo Werner die Gäste. Er sitzt nicht nur im BKK-Landesvorstand, sondern ist auch Geschäftsführer der neun Gesellschaft "Spectrum/K", eine strategische Allianz aus 137 kleinen und großen Betriebskrankenkassen. Diese ist eine Antwort auf den für sie bedrohlichen Trend vom pluralistischen System hin zur Einheitskasse. Zwar nannte Werner die politische Entwicklung falsch, dennoch bedankte er sich bei Ulla Schmidt. Ohne die Politik wäre diese neue Form von Einigkeit und Zusammenarbeit in der betrieblichen Krankenversicherungkaum möglich gewesen.

BKK24-Vorstand Friedrich Schütte bedankte sich bei Gesundheitsmi
  • BKK24-Vorstand Friedrich Schütte bedankte sich bei Gesundheitsministerin Ulla Schmidt mit einem Blumenstrauß. Fotos: fox


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