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Drei Becken an der Kläranlage werden bepflanzt / Substrat muss in Rolfshagen zwischengelagert werden

12 600 Schilfpflanzen "veredeln" Klärschlamm

Bernsen (la). Die erste Klärschlammvererdungsanlage im Landkreis Schaumburg kann wie geplant im Oktober in Betrieb genommen werden. Die drei je rund 3000 Quadratmeter großen Beete sind angelegt und die Drainagekörper und die entsprechenden Leitungen verlegt worden. Zur Zeit wird in zwei Beeten noch das Pflanzensubstrat aufgebracht. Eine etwas umständliche Angelegenheit, weil die großen Sattelzüge nicht bis zur Kläranlage fahren können. Das spezielle Pflanzensubstrat wird in großen Mengen angeliefert und in Rolfshagen auf dem Multifunktionsplatz zwischengelagert. Von dort wird es mit kleineren Lastwagen zur Kläranlage transportiert und in die präparierten Beete eingebracht.

Mitarbeiter des Gartencenters Koers aus dem Emsland setzen die S

Im ersten Becken wurden gestern bereits die Schilfrohrpflanzen (Phragmites australis) gesetzt, die in Zukunft den aufbereiteten Klärschlamm entwässern und so auf biologische Weise im Verlauf mehrerer Jahr zu Erde, die Humusprodukten ähnelt, "verarbeiten" sollen. 4200 dieser Schilfpflanzen setzen die Mitarbeiter der Firma Gartencenter Koers aus dem Emsland in jedes Beet. Dabei müssen sie besonders darauf achten, dass das Substrat nicht verdichtet wird. Auf speziellen Holzbohlen, die auch den richtigen Pflanzabstand vorgeben, bewegen sie sich wann immer es geht auf dem Beet, um "nichts platt zu treten". Noch sehen die Schilfrohrpflanzen zwar etwas klein aus, aber schon in wenigen Wochen sollen sie nach Auskunft der Gärtner groß und grün sein. Die Anlage wird so überhaupt nicht mehr im Landschaftsbild auffallen. Die drei Beete werden einige Jahre nach der Inbetriebnahme dann immer wieder in zeitlichen Abständen neu bestellt. Ein Beet wird geräumt, während in zwei Beete Klärschlamm geleitet wird. Rund 300 000 Kubikmeter Abwasser aus 7000 Haushalten werden derzeit in der Kläranlage Auetal in Bernsen aufbereitet. Betrieben wird die Kläranlage vom Wasserverband Nordschaumburg, der auch die Klärschlammvererdungsanlage bauen lässt und dafür rund 650 000 Euro investiert. "Die Einweihung wird mit einem Tag der offenen Tür gefeiert gefeiert, um allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich zu informieren," verspricht Werner Volker, Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordschaumburg.

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