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12 000 Fans „Can’t Get Enough“ von Depeche Mode

Synthie-Pop-Helden gastieren in der ausverkauften TUI Arena

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„People are people so why should it be, you and I should get along so awfully“ – schon Dutzende von Fans sangen sich vor dem Konzert zu den Klängen eines Musikers warm, der mit seiner Gitarre „People Are People“, einen der erfolgreichsten Hits von Depeche Mode, vor den Türen der TUI Arena sang.

Um Punkt 21 Uhr beginnt dann „The most popular electronic band the world has ever known“ mit „Welcome To My World“ ihr, im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibendes Konzert – zumindest, was Frontmann Dave Gahan betrifft. Anfangs noch mit einem Sakko bekleidet, steht Gahan schon beim zweiten Song mit fast blankem, total verschwitzten freiem Oberkörper auf der Bühne. Auch die Weste fällt noch – darauf müssen die Fans aber mehr als eine Stunde warten – ohrenbetäubender Jubel, als sich Gahan auch noch den letzten Stofffetzen vom Körper reißt. Zwei Stunden stolziert der 51-Jährige über den Catwalk, schlängelt sich wie eine Striptease-Tänzerin um den Mikroständer, dreht wilde Pirouetten und singt dabei von Schuld, Sühne, und Sex. Kaum zu glauben, dass der hyperaktive Sänger 1996 nach einem „Speedball“ (Heroin/Kokain-Coktail) schon für zwei Minuten klinisch tot war, ihn die Notärzte jedoch wieder ins Leben zurückholen konnten.

Immer wieder aktiviert Gahan das Publikum, animiert es bei „Black Celebration“ zum Mitsingen, dirigiert es bei „Should Be Higher“ und macht auch schon mal Dinge, die so gar nicht zu einem englischen Gentleman passen. Gleich zu Beginn spuckt er einmal auf den Bühnenboden, später dann hoch in die Luft – Uah.

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„Policy Of Truth“ erklingt und viele eingefleischte Hannoveraner denken da sicher an Terry Hoax, die mit diesem Titel 1992 ihren größten Singlehit verzeichnen konnten – das Musikvideo der hannoverschen Band gilt nach wie vor als das meistgespielte einer deutschen Band bei MTV.

Danach tritt Martin Gore ins Rampenlicht, performt zwei Balladen, die nur vom Tour-Keyboarder Peter Gordeno begleitet werden. Während „The Child Inside“ etwas die Stimmung drückt, wird „Judas“ minutenlang vom Publikum gesanglich begleitet. „Well-dressed“ präsentiert sich der gebürtige Londoner, der in den Achtzigern dafür bekannt war, Röcke und schwarzen Nagellack zu tragen – ab und an lieh er sich damals auch die Klamotten und das Make-up seiner Freundin.

Präsentiert sich Dave Gahan als Massenhypnotiseur, wirkt Martin Gore eher als schüchterner Melancholiker. Andrew Fletcher, der dritte Mann im Bunde, ist eigentlich mehr oder weniger nur da, gilt aber als der Mann, der organisatorische und kreative Aufgaben innerhalb der Gruppe wahrnimmt. Zudem wird ihm nachgesagt, dass er die Band in schwierigen Zeiten zusammengehalten hat.

Die ganz großen Show-Momente werden eingeläutet – „A Question Of Time“, „Enjoy The Silence“ – ein Meer von Händen streckt sich der Band entgegen – „Rien ne vas plus“. Doch, das Publikum kann einfach nicht genug bekommen – „Just Can’t Get Enough“ – besser kann das ein Song nicht ausdrücken.

Nach „Never Let Me Down Again“ aus dem Album „Music For The Masses“ schicken die Jungs das Publikum auf den Nachhauseweg. Mit perfektem Sound, tollem Bühnenbild und einer überzeugenden Drama-Show haben es Depeche Mode einmal mehr geschafft die Massen zu begeistern – „Music For The Masses“ – wie treffend. Das geht jedoch nur mit einem Frontmann wie Dave Gahan, dessen Batterie an diesem Abend keine Sekunde an Energie verlor.

Dave Gahan tanzte um den Mikroständer und drehte wilde Pirouetten.

Texte und Konzertfotos: Lars Andersen

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